Dienstag, 19. Juni 2018

Weltflüchtlingstag - 20. Juni 2018

Der Moderator der Griechischen Ev. Kirche Meletis Melitiadis
Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Einmal im Jahr soll besonders an die Menschen erinnert werden, die alles verloren haben - nur nicht ihre Menschenwürde! Und zudem soll ihre Stärke, ihr Mut, ihre Widerstandsfähigkeit wertgeschätzt werden, die sie täglich aufbringen müssen, um zu überleben. Solidarität mit den Flüchtlingen - darum geht es! Dazu gehört ein menschlicher Umgang mit ihnen und eine sachlichere politische Diskussion gerade wenn es um Asylfragen geht. Und gerade Christen muss es ein Anliegen sein, Vertriebenen, Schutzsuchenden und Heimatlosen Hilfe zu geben. Und ebenso gilt es, ihre Talente, Kompetenzen und Biographien wert zu schätzen und ihnen Perspektiven zu bieten. Der österreichische Bischof Dr. Michael Bünker, zudem Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, bekräftigte am Vortag des Weltflüchtlingstages die Unterstützung der Kirchen und Religionen für jene, die sich um Integration bemühen. Derzeit würden Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt – „Einheimische gegen Migranten, die Religionen untereinander“ – und deshalb sei ein gemeinsames Zeichen wichtig, „dass wir uns nicht auseinander bringen lassen sondern zusammenstehen“. Man müsse eine Achse der Menschlichkeit in Europa stärken und nicht eine Achse der Willigen, die auf Abschottung und Mauern setzt. Viele Ängste in der derzeitigen politischen Debatte seien irrational.

UNHCR gab bekannt, dass nach dem 2. Weltkrieg noch nie so viele Menschen auf der Flucht waren. Rund 68,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer suchten Ende 2017 Schutz fern ihres Zuhauses. Das seien 2,9 Millionen Menschen mehr gewesen als Ende 2016 . Über die Hälfte der Geflohenen sind Kinder.„Die Zahl der Menschen auf der Flucht ist im fünften Jahr hintereinander gestiegen“, sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi.

Das UNHCR veröffentlicht jedes Jahr vor dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni die neusten verfügbaren globalen Zahlen über Vertreibung und Heimatverlust. Die größte Gruppe - ca. 40 Millionen Menschen- bildet die der Binnenflüchtlinge. Syrien und Kolumbien liegen hier wieder weit oben. Es sind zwei Länder, in denen GAW-Partnerkirchen aktiv sich der Flüchtlinge annehmen. 25 Millionen Menschen flüchten über die Grenzen ihrer Heimatländer. GAW-Partnerkirchen in Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland. Libanon und Ägypten kümmern sich hier um die Heimatlosen mit zahlreichen Initiativen und Projekten. Als weitere Gruppe zählt das UNHCR die Asylsuchenden, von denen Ende 2017 mehr als drei Millionen registriert waren. Gerade über diese
Gruppe wird derzeit in Europa intensiv diskutiert.
Aus fünf Ländern flohen in den vergangenen Jahren die meisten Menschen: Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia. Die fünf größten Aufnahmeländer für Flüchtlinge waren laut dem UNHCR die Türkei, Pakistan, Uganda, Libanon und der Iran. Deutschland ist das einzige europäische Land unter den zehn Staaten, die am meisten Geflohene aufgenommen haben. Laut UNHCR hielten sich Ende 2017 knapp eine Million Flüchtlinge in der Bundesrepublik auf.

Die GAW-Partnerkirchen im Mittelmeerraum leisten Enormes, um Flüchtlingen zu helfen, ihnen zur Seite zu stehen.
Auf der im Mai stattgefundenen Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) hat Moderator Meletis Melitiadis de Arbeit der Griechischen Evangelischen Kirchen präsentiert. Der dafür entstandene Film zeigt auf beeindruckende Weise die wertvolle Arbeit der Kirche: 

Ronsdorf: Fußballgottesdienst zugunsten der evangelischen Gemeinde in Saratow (Russland)

Pfarrerin Slupina-Beck (5.v.r.) und ihr Team in der
Lutherkirche in Ronsdorf.
Die evangelische Gemeinde in Ronsdorf feierte am Sonntag einen temperamentvollen Familiengottesdienst rund ums Thema Fußball. Die Kollekte des Gottesdienstes geht an ein GAW-Projekt: den Bau der evangelischen Kirche im russischen Saratow. Seit 2006 baut die evangelische Gemeinde der Wolga-Stadt an ihrer Kirche. Die alte evangelische Kirche war in den 1970er Jahren vom kommunistischen Regime gesprengt worden. Im Mai 2018 wurde der Kirchsaal in Saratow eingeweiht. Doch der Bau ist noch nicht fertig. Ein herzliches Dankeschön an Pfarrerin Friederike Slupina-Beck und ihr Team sowie an alle Ronsdorfer, die mit diesem Gottesdienst und ihren Spenden, die evangelische Gemeinde in Saratow unterstützt haben.



 

Donnerstag, 14. Juni 2018

Die Kirche in Fraiburgo / Brasilien konnte saniert werden - Termitenbefall...

Renovierte lutherische Kirche in Fraiburgo 
Termitenbefall hat die Holzkonstruktion der Kirche in Fraiburgo / Brasilien heftig beschädigt. Ebenso hatten Fledermäuse im Dach für erhebliche Verschmutzung und Beschädigung gesorgt. 
Zudem  musste der Holzfußboden, die Holzverkleidung, Dachboden, Türen und Fenster erneuert werden. Die Gemeinde in Fraiburgo hat dieses Arbeiten dank der Hilfe des GAW durchführen können.

Seit 1940 gibt es lutherische Christen in Fraiburgo. Erste Ansiedler waren Holzfäller, wodurch ein großes Sägewerk entstand. Aufgrund dessen kamen nach und nach mehr Arbeiter und auch Kleinbauern in die Gegend. Aus dieser Neusiedlerbewegung heraus begannen die lutherischen Christen sich zunächst in den eigenen Wohnungen zu Bibelstunden und Gottesdiensten zu treffen. 1960 bekamen sie die Erlaubnis, für die wachsende Gemeinde einen Schulraum zu nutzen. Die Gemeinde gründete sich dann 1961 mit insgesamt 30 Familien. Die Region veränderte sich, nachdem die Wälder gerodet waren. Die Stadt wuchs, ebenso die Gemeinde. Von Anfang an gab es einen Einfluss der Gnadauer Mission, die sich für den Aufbau der Gemeinde einsetzte.  Die Gemeinde hat ihren Besuchsdienst intensiviert, um Gemeindeglieder zurückzugewinnen und neue zu suchen. Ihr gehören zurzeit 165 Glieder an. 

 Im Projektkatalog 2015 wurde es mit 6.000 Euro gefördert. Dank an alle Unterstützer!

Mittwoch, 13. Juni 2018

Dachsanierung des Hauses der Diakonie in der Slowakei

Haus der Diakonie nach der Dachsanierung
"Dank der Hilfe des GAW konnten wir in Prešov - im Osten der Slowakei - das Dach des zukünftigen Hauses der Diakonie sanieren!" schreibt Generalbischof Klatik von der Evangelischen Kirche A.B. 

"2005 hatten wir das Gebäude, das in kommunistischer Zeit verstaatlicht wurde, in einem völlig maroden Zustand wiederbekommen. Mit der ersten Bauetappe der Dachsanierung konnten wir das Gebäude jetzt sichern. Wir hoffen, dass in naher Zukunft die weiteren notwendigen Arbeiten durchführen können, damit hier bald alte Menschen und Behinderte betreut werden können."




Zustand des Daches vor der Sanierung
Prešov ist mit 91.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Slowakei und traditionell ein wichtiges protestantisches Zentrum. 1548 fand in Prešov die Synode statt, auf der slowakische Protestanten das Augsburger Bekenntnis annahmen. 1850–1918 bestand in der Stadt das Prešover Kollegium – eine bedeutende Bildungsstätte, die ein Gymnasium mit einem Lehrerinstitut und einer rechtswissenschaftlichen sowie einer theologischen Fakultät verband. 1948 wurden die Gebäude dieser Einrichtungen verstaatlicht. Nach der politischen Wende erhielt die Kirche die Häuser zurück. In dem Alten Kollegium befinden sich heute das Bischofsamt des Ostdistrikts der Evangelischen Kirche A.B. und weitere kirchliche Einrichtungen. Das neue Kollegium beherbergt heute die evangelische Gemeinschaftsschule und einen Kindergarten. 

Das zukünftige Haus der Diakonie ist teil des großen Gebäudekomplexes. Hier war ursprünglich der Konvikt der Theologiestudenten untergebracht.

Aus dem Projektkatalog wurden 15.000 Euro für die Sanierung gesammelt. Insgesamt hat der erste Bauabschnitt 33.000 Euro gekostet.

Allen Spendern sei herzlich gedankt!

Dienstag, 12. Juni 2018

Altern in Würde in Kirgistan



"Haus der Barmherzigkeit" - der Name des Wohnheims für ältere und pflegebedürftige Menschen nahe der kirgisischen Hauptstadt Bischkek ist Programm. Der Bischof der ELKK, Alfred Eichholz kennt jede der acht Bewohnerinnen persönlich und begrüßt sie mit großer Herzlichkeit. Sie freuen sich immer riesig über seinen Besuch. 


Das Haus der Barmherzigkeit wurde vor 15 Jahren gegründet, um älteren Menschen ein liebevolles Zuhause zu geben. Damit ist es das traditionsreichste sozial-diakonische Projekt der kleinen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgistan. Schon längst ist es ein Erfolgsprojekt. In den vergangenen Jahren fanden bereits 41 Menschen hier ein Zuhause. Es gibt viele Senioren in Kirgistan, die alleine leben müssen, weil ihre Angehörigen ausgewandert sind und sich nicht um sie kümmern können.
Die Bewohnerinnen, derzeit nur Frauen, pflegen eine herzliche Gemeinschaft. Irina, die Leiterin des Hauses, versucht ihnen das Leben so schön wie möglich zu machen. Diese große Herzlichkeit ist an allen Ecken zu spüren.

Inge Rühl, Vorsitzende der Frauenarbeit des GAW

Montag, 11. Juni 2018

Sanierung des Pfarr- und Gemeindehauses in Rimavské Janovce ist gelungen!

Vor der abschließenden Sanierung
"Die Sanierung unseres Pfarr- und Gemeindehauses ist dank der Hilfe des GAW gelungen!" schreibt Pfarrer Richárd Bihari von der reformierten Gemeinde in  Rimavské Janovce (ungarisch: Jánosi) im südlichen Teil der Slowakei. Die Sanierung konnte  nur Schritt für Schritt durchgeführt werden. Dank der Unterstützung von 8.000 Euro aus dem Projektkatalog des GAW erhielt das Haus jetzt den letzten Schliff.  
Die Kommune zählt rund 1.100 Einwohner, die reformierte Gemeinde 150 Glieder. „Die meisten Dörfer in der Diözese Gemer/Gömör werden durch Abwanderung entvölkert, die Kirchengemeinden schrumpfen.
fertig renoviertes Pfarr- und Gemeindehaus
In Rimavské Janovce ist es inzwischen anders. Dank der Nähe zur Stadt Rimavská Sobota wächst die Bevölkerung sogar“, beschreibt Pfarrer  Bihari die Situtation im Dorf. „Um diese positive Entwicklung zu unterstützen, braucht die Gemeinde dringend einen Pfarrer, der vor Ort wohnt. 

Der letzte Ortspfarrer zog 1994 aus dem Pfarrhaus aus. Seitdem lebte kein Pfarrer mehr vor Ort. Die Gemeinde hat schon 2007 damit begonnen, ihr aus dem 19. Jahrhundert stammendes Pfarrhaus instand zu setzen. Damals wurde das Dach komplett renoviert. In den folgenden Jahren wurden Strom- und Wasserleitungen verlegt und neue Fenster eingesetzt. 

Jetzt wurde der Innenausbau und die Aussenfassade saniert. "Ich werde jetzt sobald wie möglich in das fertige Pfarr- und Gemeindehaus einziehen!" schriebt Pfarrer Bihár.

Allen Spendern für dieses Projekt sei herzlich gedankt!

Donnerstag, 7. Juni 2018

Treffen von evangelischen Frauen aus Serbien und Slowenien

Slowenien ist das Partnerland des Jahresprojektes der GAW-Frauenarbeit 2018. Pastorin Simona Prosič Filip berichtet von ihrer Arbeit als Verantwortliche für die Frauenarbeit in der evangelischen Kirche in Slowenien:

„Dieses Jahr ist für unsere Kirche in Slowenien ein besonderes Jahr, da wir in Vorbereitung auf den Weltgebetstag der Frauen 2019 viele Gruppen empfangen, was uns natürlich sehr freut. Es ist schön, Frauen aus anderen Ländern unsere Kirche vorzustellen zu können. In der nächsten Woche besucht uns beispielsweise eine Pilgergruppe aus der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und die Verantwortliche für den Weltgebetstag in der Nordkirche. 

Kerzen-Workshop beim Seminar
Doch auch die Aktivitäten in unserer Frauenarbeit stehen nicht still: Am letzten Wochenende reiste eine Gruppe von 19 slowenischen Frauen nach Serbien, um dort 27 Frauen aus der Vojvodina wiederzusehen. Es war das inzwischen dritte Treffen, das unter dem Motto stand „Evangelium in der Praxis“. Gleichzeitig war es auch der erste Besuch unserer slowenischen Frauen in Serbien. Wir spüren dabei, dass die alten Wunden langsam heilen und ein versöhntes Zusammenleben damit wieder Normalität werden kann – wie vor dem Krieg. Ein bestärkendes Erlebnis ist es immer wieder, zu sehen, dass wir uns auch sprachlich gut verstehen. Slowenisch und Serbisch sind zwar verwandte, aber doch unterschiedliche Sprachen. In Jugoslawien war Serbisch die offizielle Amtssprache, wir haben es in der Schule gelernt. Deswegen verstehen wir es noch. Andersherum gab es im serbischen Rundfunk immer auch Lieder und Filme aus Slowenien. Und so haben wir uns bei dem Seminar auch ohne Übersetzer verständigen können und sogar noch mehr dazu gelernt!
Einladung zur Segnungsfeier für Schwangere

Am nächsten Sonntag geht es schon weiter: Die evangelischen Frauen in Slowenien veranstalten ein großes Picknick, das jährlich zum Abschluss des Jahresprogramms stattfindet. Wir essen, trinken, reden und feiern zusammen Gottesdienst. Dazu kommen jedes Jahr mehr Frauen. Im letzten Jahr waren es 200 aus ganz Slowenien. In diesem Jahr haben wir uns etwas Neues ausgedacht, nämlich eine Segensfeier für schwangere Frauen. Ich bin sehr gespannt, wie viele schwangere Frauen daran teilnehmen werden. Außerdem feiert meine Gemeinde in Gornji Slaveči am 24. Juni ihr 100-jähriges Bestehen. Auch für mich als Pfarrerin wird es also nicht langweilig werden!“

Dienstag, 5. Juni 2018

In Argentinien protestiert die Diakonie gegen Gewalt an Kindern

Nora Cortinas und Adolfo Pérez Esquivel, Jugendliche mit Plakaten
Bei einer Pressekonferenz am 11.05.2018 im Parlamentsgebäude in Buenos Aires halten Jugendliche Plakate hoch mit Sprüchen wie: "Wir Kinder sind keine Gefahr, sondern wir sind selbst in Gefahr!" - "Sie dürfen uns nicht unser Leben und unsere Hoffnung rauben!" - "Wir Kinder sind die einzige Hoffnung dieser Gesellschaft!" Gekommen sind außerdem der argentinische Menschenrechtler und Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel und Nora Cortinas, eine der "Madres de la Plaza de Mayo", die Mütter von während der Militärdiktatur ermordeten jungen Menschen. Eingeladen haben Kinderrechtsorganisationen, zu denen auch die evangelische Diakoniestiftung „Hora de Obrar“ gehört. 

Mit der Pressekonferenz machen sie auf eine gefährliche Entwicklung innerhalb der argentinischen Gesellschaft aufmerksam: Es kommt immer häufiger vor, dass die Polizei Kinder erschießt, angeblich weil sie auf frischer Tat bei kriminellen Handlungen ertappt wurden. Tatsächlich gibt es in Buenos Aires viele Diebstähle und Einbrüche, was die öffentliche Sicherheit beeinträchtigt. Doch die Reaktion darauf ist unverhältnismäßig hart. Zudem weckt die Polizeigewalt, die juristisch meist nicht geahndet wird und offensichtlich sogar politisch gewollt ist, in den Köpfen vieler Menschen schlimme Erinnerungen an die staatliche Gewalt in der Zeit der Militärdiktatur. 

Häuser in einem Armutsviertel
Der eigentliche Grund für die Kriminalität ist die Armut, die vor allem während der Zeit der Militärdiktatur 1976 - 1983 stark angewachsen ist. Armut bringt häufig große soziale Probleme mit sich. Die Kinder werden von den Eltern vernachlässigt. Familiäre Gewalt setzt sich von Generation zu Generation fort. Viele Eltern hatten noch nie in ihrem Leben eine bezahlte Arbeit und können auch ihren Kindern nicht vorleben, wie es ist, einer regelmäßigen Beschäftigung nachzugehen. Die Kirchner-Regierungen 2003 - 2015 haben zwar Sozialprogramme gefördert, das Problem der Arbeitslosigkeit konnten sie damit jedoch nicht in den Griff kriegen. In den letzten Jahrzehnten gründeten engagierte evangelische Christen sozial-diakonische Zentren in den Elendsvierteln von Buenos Aires. Hier sollen Kinder und Jugendliche gestärkt werden, um den Kreislauf der Armut, Kriminalität und Gewalt verlassen zu können. Gleichzeitig wirkt das Engagement zurück auf die Kirche selbst und macht sie solidarischer und sensibler für Ungerechtigkeit.