Montag, 10. Dezember 2018

Venezuela in "großer Drangsal"

Schlange stehen in Caracas....
Heute am 10. Dezember 2018 - am Tag der Menschenrechte - ist es wichtig, auf Verletzung der Menschenrechte weltweit hinzuweisen - insbesondere konkret zu informieren. Mit großer Sorge schauen wir als GAW auf Venezuela:

"Wir erleben in Venezuela  eine "große Drangsal"," schreiben die katholischen Bischöfe des Landes. Das erlebt auch die lutherische Kirche so. Kirchenpräsident Gerardo Hands sieht Leben und Zukunft der Venezolaner ernsthaft gefährdet. Auf ökumenischer Ebene ist man sich einig, dass ein Dialog mit dem derzeitigen autokratischen Regime von Nicolás Maduro kaum zu führen ist. Die Einschränkung des Pluralismus und der Abbau institutioneller Kontrollen gehen mit wachsender politischer Verfolgung und Repression einher. Über 100 Tote gab es nach den Protestwellen ab April 2017. Plünderungen und Lynchaktionen haben zugenommen. Zahlreiche Fälle von Folter in Gefangenschaft sind dokumentiert. Bürgerinnen und Bürger haben kaum Möglichkeiten, sich gegen dieses Vorgehen zu wehren, denn sie wurden rechtsstaatlicher Garantien beraubt: Die Justiz ist gleichgeschaltet und Zivilisten werden bisweilen von Militärrichtern verurteilt. Nachdem Maduro die Macht übernommen hat versank Venezuela immer tiefer in einer politischen, sozioökonomischen und humanitären Krise.
Das Missmanagement der Regierung, gekoppelt mit niedrigeren Ölpreisen bei starker
Venezuela
Rohstoffabhängigkeit, führte zu einer Wirtschafts- und Versorgungskrise.  Die Inflationsrate überschritt die 2.000-Prozent-Marke. In Venezuela, dem Land mit den größten Erdölreserven der Welt, leben heute mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in Armut. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten ist katastrophal. Der Schwarzmarkt und der grenzüberschreitende Schmuggel florieren. Die Mütter- und Kindersterblichkeit ist in den letzten zwei Jahren rasant gestiegen. Diese Entwicklung verschärft die strukturell prekäre Sicherheitslage: Venezuela weist weltweit die zweithöchste Mordrate auf. Die Notlage fördert die Emigration, vor allem in die Nachbarländer. Rund drei Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner haben das Land verlassen.
Die Maduro-Regierung negiert die humanitäre Krise, lehnt internationale Hilfe ab und macht einen durch die Opposition geführten Wirtschaftskrieg und „den Imperialismus“ für die sozioökonomische Notlage verantwortlich. Während kubanisches Personal im Sicherheitssektor beratend tätig ist, hängt Venezuela wirtschaftlich stark von den Erdölexporten in die USA und großzügigen Krediten aus China ab. 
Die Konfliktparteien in Venzuela scheinen momentan nicht mehr imstande zu sein, ohne Hilfe von außen einen Weg aus der Krise zu finden. Hier sind die internationale Gemeinschaft und besonders die lateinamerikanischen Staaten als Vermittler gefragt. 
Venezuela darf nicht allein gelassen werden! Es braucht Information, Solidarität, gemeinsame Anstrengungen. 
"Wir dürfen uns angesichts der Herausforderungen einer unsicheren und schwierigen Gegenwart niemals entmutigen lassen: Im Gegenteil, im Vertrauen auf Gott, der uns die Kraft gibt, Zeugnis abzulegen und Gutes zu tun, müssen wir die Forderungen nach Gerechtigkeit und Freiheit unterstützen... In dieser schwierigen Zeit müssen die Hoffnung und das konkrete Engagement uns zu Samaritern für andere werden lassen," schreiben die katholischen Bischöfe des Landes.

Inzwischen  hat sich in Deutschland ein Ökumenisches Netzwerk gebildet zur gegenseitigen Information und zur koordinierten gemeinsamen Hilfe für die Menschen, die in einem der rohstoffreichsten Länder der Welt bittere Not leiden. Und leider bleibt es wohl wahr, was Kirchenpräsident Hands sagt: "Der Rohstoffreichtum des Landes ist eher Fluch als Segen für das Land, denn es hält das System derzeit am leben."

Gebet aus Venezuela:

"Bleib bei uns, Herr, begleite uns,
auch wenn wir dich nicht immer zu erkennen wussten.
Bleib bei uns, denn du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Bleibe in unseren Familien,
erleuchte und unterstütze sie in ihren Schwierigkeiten.
Bleib bei unseren Kindern und unseren Jugendlichen,
in ihnen liegt die Hoffnung und der Reichtum unserer Heimat.
Bleib bei den Leidenden, tröste und behüte sie.
Bleib bei uns, Herr, wenn Zweifel und Erschöpfung drohen
oder Probleme auftauchen;
erhelle unseren Geist durch dein Wort,
nähre uns mit deinem Brot des Lebens.
Hilf uns, die Freude zu erfahren, an dich zu glauben.
Bleib, o Herr, bei der Gemeinde deiner Jünger.
Erneuere in uns das Geschenk deiner Liebe.
Ermuntere uns und bewahre uns in der Treue,
damit wir allen froh verkünden, dass du uns zu neuem Leben erweckt
und uns aufgetragen hast, deine Zeugen zu sein. Amen"

Das GAW hilft der kleinen lutherischen Kirche, Nothilfe zu leisten, Lebensmittel zu beschaffen und den Menschen zu helfen, dass sie bleiben können. Dafür brauchen sie unsere Hilfe. Helfen Sie mit:

Spendenkonto GAW: 
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)
Stichwort: Venezuela

(Texte u.a. aus "Solidarität mit Verfolgten und Bedrängten Christen in unserer Zeit, Arbeitshilfe 302 - Kuba und Venezuela, Eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz")


Dienstag, 4. Dezember 2018

Griechischsprachkurse in Katerini - das GAW unterstützt!

Griechischkurs in Katerini
"In der gleichen Sprache kommunizieren zu können ist entscheidend für eine gute Integration in der griechischen Gesellschaft," schreibt Alexandra Nikolara, die u.a. in der griechischen NGO Perochoresis der Griechischen Evangelischen Kirche die Griechischsprachkurse verantwortet. "Dadurch verbessert sich die Lebensqualität der Flüchtlinge bei uns im Land." 

Das GAW hat mehrfach die Sprachkurse unterstützt, die Perichoresis verantwortet. Dabei ging es neben den Gehältern für Lehrer um Büromiete und Materialkosten. Das Ganze begann Ende 2017. Das Programm wurde im April 2018 auf alle Flüchtlinge ausgeweitet, die von Perichoresis betreut werden. In Katerini, im Norden Griechenlands sind das einige hundert Menschen. Spezielle Sprachförderung erhielten die, die in Katerini eine Arbeit suchten und dafür besondere Vokabeln benötigten. Die Sprachkurse sind ein Schlüssel, Arbeit im Land zu finden, mit
Behörden kommunizieren zu können und das eigene Leben in die Hand nehmen zu können. Nicht ganz einfach ist es für all die, die durch den Krieg in Syrien nicht regelmäßig eine Schule besuchen konnten. Das betrifft vor allen Dingen Kinder und Jugendliche.

"In Perichoresis sind wir sehr dankbar für die großzügige Unterstützung durch das GAW, die wir für dieses Programm erhalten haben," schreibt Alexandra.

Die Flüchtlingssituation in Griechenland ist nach wie vor kritisch. Die Flüchtlingszahlen in Griechenland sind im Sommer 2018 wieder stark gestiegen. Solange es keinen Frieden in Syrien gibt wird sich die Lage nicht verbessert. Europa ist gefordert. Und Griechenland darf nicht allein gelassen werden.
Die Griechische Evangelische Kirche leistet eine enorme Arbeit als kleine Minderheitskirche. Dabei brauchen sie dringend unsere Unterstützung.

Das GAW dankt allen Spendern und bitte weiter um Hilfe für die Flüchtlingsarbeit der evangelischen Kirche im Land. 

Spendenkonto: IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD (KD-Bank) Stichwort: Griechenland

Freitag, 30. November 2018

Ein neues Diakoniezentrum für Mittelböhmen

Aktivitäten mit Flüchtlingen im umgebauten
Dachgeschoß des Gemeindehauses
"Wir danken dem GAW sehr für die Hilfe, das Gemeindediakonieprojekt in Mladá Boleslav zu realisieren. Das war sehr wichtig! Der Entschluss unser Projekt zu unterstützen, motiviert uns, sowohl das Gemeindeleben, als  auch die Asylbewerberintegration in Tschechien zu unterstützen, die hier geleistet wird. Es regt unsere Hilfsbereitschaft mitten in der tschechischen Gesellschaft an, die immer mehr egozentrischer wird. Wir sind dankbar, dass unser Zusammengehörigkeitsgefühl mit der Familie der europäischen protestantischen Kirchen, zu der wir gehören, auch dank dieser Unterstützung wachsen konnte. Noch einmal, herzlichen Dank!" schreiben die Verantwortlichen der Gemeinde der Böhmischen Brüder in der Skodastadt.

Dachgeschoß vor dem Ausbau
Die eigenständige Pfarrgemeinde in Mladá Boleslav entstand 1919 aus dem Zusammenschluss einer lutherischen und einer reformierten Filialgemeinde. Nur ein Jahr zuvor hatten sich Lutheraner und Reformierte auf der staatlichen Ebene zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder vereint. Seitdem hat die Gemeinde in ihrer Entwicklung Höhen und Tiefen durchgemacht. Nach der Petitionsunterzeichnung von Charta 77 ist sie in politische Strudel geraten. In den 1990er Jahren verlor sie viele jüngere Gemeindeglieder an eine charismatische Bewegung. Heute zählt sie 180 Glieder. „Wir organisieren regelmäßig auch größere Veranstaltungen, zu denen wir die Öffentlichkeit einladen“, berichtet Pfarrer Jonatan Hudec von den Ansätzen, auch kirchenferne Menschen anzusprechen. „Zum Theaterfestival für Kinder kamen 2017  250 Besucher. Ein weiterer Anziehungspunkt ist unser Fairtrade-Markt.“ 

Im Jahr 1923 hat die Gemeinde ein größeres Haus gekauft, das seitdem als Gemeindehaus dient. Lange wurde darüber diskutiert, ob es aus Sicht der Gemeindeentwicklung Sinn hat, das Dachgeschoss auszubauen. Durch den realisierten Ausbau hat die Gemeinde u.a. neue Räume für ihre Kinder- und Jugendarbeit. „Dann haben wir noch Platz für eine kleine Wohnung für ein junges Paar mit geistiger Behinderung, das sich nach eigenständigem Leben sehnt“, erzählt Pfarrer Jonatan Hudec. „Außerdem gibt es jetzt ein Büro für eine Mitarbeiterin der Diakonie, die für Flüchtlinge im Bereich Mittelböhmen arbeitet.“

Im Projektkatalog 2018 haben wir 30.000 Euro für dieses wichtige Projekt sammeln können. Den Spendern sei herzlich gedankt!

Donnerstag, 29. November 2018

Brasilien – autoritärer Ex-Militär wird zum Präsidenten gewählt

Jair Bolsonaro
Das evangelische Magazin „Chrismon Plus“ schreibt in seiner neuesten Ausgabe über den neu gewählten Präsidenten und die Wahlunterstützung für ihn durch Pfingstgemeinden: „58 Mio. Menschen wünschen sich einen tiefgehenden Wandel und gaben dem rechtsextremen Ex-Militär Bolsonaro ihre Stimme. Sein Versprechen, Wirtschaftskrise, Korruption und grassierende Kriminalität mit harter Hand zu bekämpfen, überzeugte die Mittelschicht und viele ärmere Brasilianer.

Sein Plädoyer für Religiösität und traditionelle Familienwerte ist Bolsonaros wichtigster Trumpf. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung besucht regelmäßig die unzähligen Pfingstgemeinden oder sieht ihre Fernsehpredigten, in denen zu Bolsonaros Wahl aufgerufen wurde. Pfingstchristen setzen auf individuelle Heilsversprechen, nicht auf Staat und sozialen Ausgleich. Hinzu kamen Verleumdungen wie die, dass der Gegenkandidat Fernando Haddad Kinder zu Homosexuellen umerziehen wolle.“

Wilhelm Wachholz
Der Ex-Militär Jair Bolsonaro profilierte sich im Wahlkampf mit solch autoritären Forderungen wie der nach Folter oder nach der Inhaftierung linker Oppositioneller. Das erinnert an die schlimmsten Zeiten der lateinamerikanischen Militärdiktaturen, wie z.B. der in Argentinien (1976 – 1983), bei der 30.000 Oppositionelle entführt, heimlich gefoltert und umgebracht wurden.

Der Rektor der evangelischen Theologischen Hochschule Faculdades EST in Sao Leopoldo, Wilhelm Wachholz, warnte bereits 2015 auf einer theologischen Konferenz in Deutschland davor, dass die Religionsgemeinschaften in Brasilien zu viel Einfluss und Macht auf die Politik hätten.

Mittwoch, 28. November 2018

Eine Kirche in Pelotas konnte saniert werden!

Gottesdienst in der sanierten Kirche in Pelotas
"Die lutherische Gemeinde "São Lucas" in Pelotas(Brasilien) ist dem GAW sehr dankbar für die Unterstützung bei der Sanierung unserer Kirche. Es ist alles sehr schön geworden! Unsere Gemeinde ist auch dadurch gewachsen. Zahlreiche neue Mitglieder sind dazugekommen in den letzten drei Jahren. Wir können jetzt alle gut zusammen Gottesdienste feiern und auf Gottes Wort hören! Ohne eure Unterstützung im GAW wren wir nicht in der Lage gewesen. Wir beten für euch, dass ihr im GAW noch vielen Gemeinden so helfen könnt wie uns!" schreibt Pastor Gleidson Ademir Fritsche aus der Lukasgemeinde.

Die Gemeinde „São Lucas“ entstand 1963 als Missionsgemeinde der im Zentrum Pelotas
Altarraum der Lukaskirche in Pelotas
ansässigen Gemeinde „São João“. Es waren Bauern, die damals vom Land in die Stadt zogen und sich im Stadtteil Santa Terezinha ansiedelten. In den ersten Jahren traf sich die Gemeinde in der Schreinerei eines Gemeindegliedes zu den Gottesdiensten und Bibelstunden. 1966 konnten ein Grundstück gekauft und eine Kirche Schritt für Schritt gebaut werden - je nachdem, wann wieder Geld da war. 1975 wurden dann Kirche und Gemeindehaus vollendet und eingeweiht. 

Die Gemeinde zählt über 1.400 Gemeindeglieder, von denen sich die Hälfte aktiv am Gemeindeleben beteiligt. Für alle Altersgruppen gibt es Angebote bis hin zu Gruppen, die sich aktiv bei der Gottesdienstvorbereitung und –gestaltung einbringen. Es gibt gute ökumenische Kontakte mit der katholischen und anglikanischen Kirche. 
Konfirmandengruppe der Gemeinde

Die Gemeinde versteht sich als diakonische Gemeinde, denn es gibt im Umkreis zahlreiche sehr bedürftige Menschen, die begleitet und unterstützt werden. Kleidung, Lebensmittel und andere Dinge werden verteilt. 

„Wir sind dankbar, dass es unsere Gemeinde gibt und wir das Evangelium von Jesus Christus aktiv leben können! Alles Leben und alle Aktivitäten finden unter dem Dach der Kirche statt – und das musste dringend erneuert werden! “, schreibt Pfarrer Fritsche. 

Die Sanierung der Kirche konnte zügig abgeschlossen werden. Dachrinnen wurden ausgetauscht und mehrere Fenster erneuert. Auch der Kircheninnenraum musste saniert und erweitert werden.
Im Projektkatalog 2017 wurden 9.000 Euro zur Verfügung gestellt. Allen Spendern, die dieses Projekt unterstützt haben sei herzlich gedankt!

Montag, 19. November 2018

Von der Not der Flüchtlinge in Griechenland

Mit Rev. Meletis Melitiadis (re.), als er noch ins Lager
in Volos durfte
Immer wieder wird von katastrophalen Zuständen der Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos berichtet. In Moria war es als Erstaufnahmestelle für 3100 Menschen gedacht. Inzwischen leben mehr als 7700 Flüchtlinge in der Zeltstadt, manche seit mehr als einem Jahr. Die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR bezeichnet die Bedingungen in Moria als „katastrophal“ und stellt fest, dass sie sich „zusehends verschlechtern“. Erst unter dem massiven Druck der Öffentlichkeit hat der griechische Migrationsminister Dimitris Vitsas begonnen, Moria und die anderen Lager durch Umsiedlungen von Flüchtlingen aufs Festland zu entlasten. An der Überfüllung hat das wenig geändert. In den fünf Hotspots auf den ostägäischen Inseln, die eine Kapazität von 6438 Plätzen haben, leben fast 16 000 Menschen.
Die Situation auf dem Festland sieht nicht viel besser aus. Der evangelische Pfarrer Meletis Melitiadis aus Volos berichtet von den schwierigen Bedingungen in seiner Stadt, wo in einer ehemaligen Mercedes-Niederlassung Flüchtlinge untergebracht sind. Die Gemeinde hat hier oft geholfen. Seit einiger Zeit wird der Gemeinde jedoch der Zugang zum Lager verwehrt. Die Gründe dafür sind undurchsichtig. 

Meletis schreibt: "Das Rote Kreuz hat in Volos ein Programm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Organisation will gerne mit der Kirchengemeinde zusammenarbeiten. In der vergangenen Woche konnte ich schon Kleider aus Mylotopos zum Camp bringen. Es scheint, dass wir in Volos wieder gebraucht werden, denn die Not in den Flüchtlingslagern ist hier fürchterlich. Vor zwei Wochen haben die untergebrachten Flüchtlinge in Volos wegen der miserablen Zustände einen Streik initiiert. Ich bin dabei, mit den Verantwortlichen zu verhandeln, dass wir nach langer Zeit um der Menschen willen wieder Hilfe leisten können. Das wurde uns lange jetzt verwehrt, obwohl wir mit die einzigen sind, die Präsenz zeigen wollen. Dafür brauchen wir Unterstützung."


Das GAW unterstützt die Flüchtlingsarbeit der Griechischen Evangelischen Kirche. Helfen Sie mit!

Spendenkonto: 
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)
Stichwort: Griechenland

Donnerstag, 15. November 2018

Sanierung des Gemeindehausdaches in Cárdenas auf Kuba

Sanierung des Kirchendaches
"Ich freue mich, dass wir dank eurer Hilfe das Dach des Gemeindehauses in der evangelischen Gemeinde in Cárdenas saniert werden konnte. Es hatte sehr gelitten unter den Tropenstürmen und drohte einzustürzen. Jetzt geht es um die elektrischen Leitungen. Es ist nicht einfach, das Material dafür zu bekommen. Wahrscheinlich müssen wir nach Havanna fahren und die Sachen dort kaufen," schreibt Pfarrer Alison Infante Zamora. "Gott segne eure Arbeit!"

Seit 1900 gibt es in Cárdenas eine presbyterianische Kirchengemeinde. Sie gehört zu den ersten Gründungen auf Kuba. Berühmt wurde sie durch ihre Schule, die einst die beste auf der ganzen Karibikinsel gewesen sein soll. Darauf sind noch heute zahlreiche ältere Gemeindeglieder stolz. Nach der kubanischen Revolution ist der Gemeinde nur die Kirche mit dem Pastorat geblieben. Das Schulgebäude sowie zahlreiche andere Immobilien wird
Dachsanierung
die Gemeinde kaum jemals zurückerhalten. 


In den lebendigen Gottesdiensten, in denen die Chöre der Gemeinde eine wichtige Rolle spielen, spürt man den Aufbruch. Die Jugendarbeit hat sich ausgeweitet. Dafür sorgt Pastor Alison Infante Zamora, unterstützt von einem aktiven Team und seiner Frau Sarahi, die eine Theologin ist. Inzwischen zählt die Gemeinde 150 Glieder. Außerdem werden vier weitere Missionsgemeinden betreut. 

Die Gemeinde öffnet sich zunehmend auch für die Kommune. In der Kirche werden Ausstellungen und Konzerte veranstaltet und in den Gemeinderäumen trifft sich eine Yoga-Gruppe. Des Weiteren wurde ein Sozialcafé eröffnet. Dank verschiedener Partner hat die Gemeinde eine Wasserreinigungsanlage installiert und gibt regelmäßig sauberes Trinkwasser aus. Dazu kommt das diakonische Engagement in der Betreuung und Pflege älterer Menschen. Gegen den Klimawandel versucht die Gemeinde ebenfalls etwas zu unternehmen, indem sie Bäume pflanzt. 

Die Küche des Gemeindezentrums befand sich in einem äußerst schlechten Zustand. Das gesamte Dach muss ersetzt und die Kücheneinrichtung erneuert werden. Ziel ist es, die Küche so herzurichten, dass gerade die regelmäßigen Armen- und Seniorenspeisungen verbessert und ausgeweitet werden kann. Ebenso soll Raum für Waschmaschinen geschaffen werden, wo verarmte Senioren ihre Wäsche waschen lassen können. 

Das kann nun umgesetzt werden!!!

Dank allen Spendern für die Unterstützung bei der Sanierung des Gemeindehausdaches. Im Projketkatalog 2018 wurden 10.000 Euro dafür gesammelt!

Dienstag, 13. November 2018

GAW bringt Diaspora in Bewegung

Neues, gebrauchtes Fahrzeug für eine Waldensergemeinde
am La Plata
"Wir danken dem GAW für die wichtige Unterstützung zum Kauf eines Kleinbusses für die Kirchengemeinde in Paysandú. Die Gemeinde ist ebenfalls zuständig für die pastorale Begleitung der Kirchen in Young und Arroyo Negro. Der Kleinbus ist nötig, weil die umfangreiche diakonische Arbeit der Waldensergemeinde ein größeres Fahrzeug benötigt. Allein hätte die Gemeinde und die Waldenserkirche am La Plata dieses Kauf nicht realisieren können." schreibt die Moderatorin der Waldenserkirche am La Plata Carola Tron.

Die Gemeinde, im Norden Uruguays gelegen, ist auf ein Fahrzeug angewiesen, da im Rahmen der Gemeindearbeit hier ca. 1.600 km pro Monat mit dem Auto über Steinwege zurückgelegt werden müssen. Aufgrund der schlechten Straßen und Wege musste das bisherige Auto mehrmals wegen Bruchschäden repariert werden. Da die Reparaturkosten überhand nahmen, baten die Gemeinden die Kirchenleitung um einen neuen Dienstwagen. 

Der neue Wagen konnte beschafft werden. 5.000 Euro hat das GAW dazugegeben. In Gemeinden wie dieser Waldensergemeinde spürt man, wie wichtig es ist, dass die evangelische Diaspora beweglich ist. Ohne ein ordentliches Fahrzeug ist es nicht möglich Gemeinde zu sammeln und zu stärken und dann noch diakonisch zu wirken. 

Dienstag, 6. November 2018

Evangelische Gemeinde in Ronsdorf für Syrien

Pfarrerin Friedrike Slupina-Beck (Ronsdorf), Pfarrer Mofid
Karajili (Syrien) und GAW Generalsekretär Pfarrer Enno
Haaks (v.l.n.r.)
Die evangelische Gemeinde in Ronsdorf hat schon oft evangelische Schulen in Syrien und die Syrienhilfe des GAW unterstützt.
Am 3. November waren der GAW-Generalsekretär, Pfarrer Enno Haaks und der syrische Pfarrer Mofid Karajili zu einem syrischen Abend in Ronsdorf zu Gast. 2.000 Euro überreichte das Marathon-Team von "Kirche läuft für Homs" dem Gast aus Syrien, noch einmal 525 Euro kamen an diesem Abend zusammen. Pfarrerin Friederike Slupina-Beck: "Wir legen ganz bewusst einen Schwerpunkt auf die Syrienhilfe des GAW und sammeln mit unterschiedlichsten Aktionen und unkonventionellen Formaten Spendengelder für bedrängte Christen im Nahen Osten. Umso mehr freuen wir uns, dass wir am Samstag einen Gast aus Syrien bei uns begrüßen konnten."

Es wurde ein ganz besonderer Abend: Die Bilder und Hoffnungsgeschichten aus Homs, wo mit Hilfe des GAW die zerstörte Kirche wieder aufgebaut werden konnte, berührten tief. Ebenso wie die musikalische Gestaltung des Abends: Musiker und Pfarrer Erhard Ufermann (Piano), Saxophonist Dieter Nett und Pfarrerin Friederike Slupina-Beck (Gesang) begeisterten mit Jazz-Klängen und hatten sichtlich Freude an dieser eigens für diesen Abend zusammengestellten Konstellation. Auch syrische Musik erklang während des köstlichen Buffets, das vom Gastronomie-Team des Weltcafes der Elberfelder Citykirche kreiert worden war.

Einen Scheck über 2.000 Euro übergab das Marathon-Team
von "Kirche läuft für Homs" an Pfarrer Mofid Karajili.
Pfarrer Mofid Karajili zeigte sich beeindruckt von der gelungenen Mischung aus Projektinformation und sprühender Lebensfreude dieses GAW-Abends und betonte: "Hoffnungslosigkeit können wir uns nicht leisten. Unsere Kinder müssen einen Weg finden, in Frieden miteinander zu leben."

Mofid Karajili trug sich abschließend mit diesen Worten ins GAW-Gästebuch ein: "Ich verbrachte in eurer Gemeinde einen der schönsten Abende meines Pfarrerlebens. Gott schütze euch!" Bewegend.


Samstag, 3. November 2018

"There is hope for Syria!" - sagt Pfarrer Mofid Karajili

Pfarrer Mofid Karajili (re)
"Es gibt Hoffnung für Syrien! Es gibt Hoffnung auf Frieden!" sagt Pfarrer Mofid Karajili, der von 2012 bis vor Kurzem als evangelischer Pfarrer die Gemeinde in Homs geleitet hat. Im Dezember wird er nach Aleppo wechseln. Er war in den schwersten Jahren der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Stadt, die durch den Krieg mehr als 50% zerstört ist. "Und ich danke allen - besonders den Menschen, den Kirchen in Deutschland und dem GAW, dass sie an unserer Seite stehen mit ihrer Solidarität. Ihr habt uns nicht vergessen," sagt Mofid auf verschiedenen GAW-Veranstaltungen in Deutschland.

Und er fährt fort: "Wenn ihr Syrien vor dem Krieg besucht habt und es  mit anderen Ländern im Nahen- und Mittleren Osten vergleicht wie Dubai, Saudi-Arabien oder Iran, dann wisst ihr, dass alle diese Länder reicher sind als Syrien. Aber ich glaube, dass ihr Syrien lieber mögen werdet. Warum? Es gab eine syrische Professorin mit Namen Wafaa Sultan. Sie war Muslimin - säkularisierte sich aber, als sie in die USA immigrierte. Sie sagt: Syrien - das sind die Christen. Dort, wo Christen leben, sieht es anders aus. Die besten Feste in Syrien sind die christlichen Feste. Die schönsten Gotteshäuser sind die christlichen. Die Schulen, wo Kinder etwas über Frieden und Zusammenleben lernen, gehören den Christen. Ich habe Angst und Sorge um die Christen in Syrien, denn ich liebe dieses Land. Ohne Christen ist Syrien nicht Syrien.“ 

Das sagt Mofid, um deutlich zu machen, dass Syrien ein vielfältiges Land ist. Es ist nicht leicht, miteinander mit unterschiedlichen christlichen Denominationen und anderen Religionen zusammen zu leben. "Aber diese Vielfalt macht aus Syrien ein besonderes
GAW-Preisverleihung am 2. November in Worms
mit Bundespräsident a.D. J. Gauck und
Ministerpräsidentin Malu Dreyer
Land." Und er ergänzt: "Ich habe Sorge, dass der Hass, die Rache und Wut der Menschen aufeinander Syrien zerstört. Deshalb müssen wir Brücken bauen und Menschen aufeinander verweisen. "Space for hope" in Homs ist beispielsweise so ein Projekt."

Dieses Projekt ist aus der Initiative von 20 jungen Menschen in Homs entstanden, die sich mitten im Krieg entschlossen: Wir müssen etwas tun. Wir müssen Brücken bauen. Wir müssen Kindern und Jugendlichen Handwerkszeug geben, dass sie in dem anderen jemanden sehen, der auch Hoffnung braucht wie ich - sei er Christ, Muslim oder Alawit. 

Es gibt Hoffnung für Syrien - there is hope for Syria! "Space for hope" ist ein solches Projekt.

Bundespräsident a.D. Joachim Gauck war von der Erzählung von Mofid Karajili so begeistert, dass er das GAW-Preisgeld, das er am 2. November in Worms erhielt verdoppelte, um den Raum für Hoffnung in Homs zu stärken. Ein sehr ermutigendes Zeichen!  


Montag, 29. Oktober 2018

Der neue Projektkatalog 2019 ist erschienen!

Die Projektkoordinatorin Carmen Klimasch
und der GS des GAW Pfr. Enno Haaks
Der neue Projektkatalog mit den Projekten für das Jahr 2019 ist druckfrisch gerade in der Zentrale des GAW angeliefert worden!

Der Projektkatalog (PK) des GAW ist das "Herzstück" der Arbeit des GAW für die weltweite evangelische Diaspora. 

Er scheint seit 1843 regelmäßig, abgesehen von kurzen Unterbrechungen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren. Hier wird über 50 unierte, reformierte und lutherische Partnerkirchen informiert und die Projekte benannt und beschrieben, die vom GAW auf Bitten der Partnerkirchen unterstützt werden sollen.

Im PK 2019 werden insgesamt 121 Projekte aufgeführt, die mit 1,6 Millionen Euro unterstützt werden sollen.

Der PK ist ab Dezember auch auf der Homepage als digitaler Blätterkatalog einzusehen. In analoger Form kann er in der Zentrale bestellt werden unter info@gustav-adolf-werk.de.


Mittwoch, 24. Oktober 2018

Das Pfarr- und Gemeindehaus in Bene muss saniert werden

490 Mitglieder hat die reformierte Gemeinde in Bene in Transkarpatien. Eine wunderschöne Kirche hat die Gemeinde, die direkt an der Hauptstraße des Ortes liegt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Gemeindehaus. Direkt daneben wohnt der Pfarrer mit seiner Familie im Pfarrhaus, das zur Sowjetzeit als Schule genutzt wurde. Völlig heruntergekommen wurde es zurückgegeben. Das Dach konnte jetzt dank einer Spende aus Ungarn saniert werden. Jetzt muss der Dachboden entsprechend ausgebaut werden, der Gemeindesaal saniert und zudem die Außenwände verputzt werden. 

Neben der gottesdienstlichen Arbeit , der Sonntagsschule und den Bibelstunden wird
einmal wöchentlich im Gemeindehaus für 23 Familien gekocht, die zu den Ärmsten der Armen gehören. 

Das GAW wird um Hilfe in Höhe von 9.000 Euro gebeten bei der Sanierung des alten Pfarrhauses mit einem Projekt für den Projektkatalog 2019. 

Die Reformierte Kirche in Transkarpatien ist vor allem die Kirche der ungarischen Minderheit. Der Krieg im Osten der Ukraine ist auch in Transkarpatien spürbar. Mangelhafte wirtschaftliche Entwicklung und Angst vor dem Einzug von Männern in die Armee führen dazu, dass immer mehr Menschen auswandern. Die Kirchengemeinden sind für die Bevölkerung in den kleinen Dörfern wichtige Orte für Hoffnung und Zusammenhalt und übernehmen vielfältige diakonische Aufgaben.