Mittwoch, 31. August 2016

Neue Schäden an der Bethelkirche in Aleppo

Haroutune Selimian am 25. August in Aleppo
Am 25. August morgens war das armenisch christliche Viertel in Aleppo erneut großem Schrecken ausgesetzt. Mehrere Raketen schlugen in der Nähe der evangelischen Bethel-Schule ein. "Die Menschen im Stadtviertel waren in großer Angst", schreibt Pfarrer Haroutune Selimian. Sechs Zivilisten wurden getötet und viele andere verletzt. Dazu kommen viele Schäden an Wohnhäusern. Auch die Fenster der Bethel-Kirche und der Schule und wurden beschädigt. "Obwohl alle Lehrer, Angestellten und Schüler in Vorbereitung des neuen Schuljahres sich in der Schule aufhielten grenzt es an ein Wunder, dass niemand bei den Raketenangriffen verletzt wurde", schreibt Selimian. "Aber man kann sich gut vorstellen, was die Menschen empfinden, wie sie leiden und wie sie sich an keinem Ort mehr richtig sicher fühlen." Und dann fährt Selimian fort: Es ist das sechste Mal seit dem Ausbruch des Krieges in Aleppo, dass die Schule beschädigt wurde. Wir rufen alle Verantwortlichen auf: Lasst Frieden in Aleppo zu! Und beschützt die Minderheiten - insbesondere die Christen, die sich in ihrer Zukunft in Syrien bedroht sehen!"

Gerade hatte das GAW Mittel zur Behebung von Kriegsschäden an der Bethelkirche und -Schule nach Aleppo gesandt. Damit werden auch die neuen Schäden behoben.

Wir dürfen unsere Schwestern und Brüder in Syrien nicht alleine lassen! 

Das GAW wird sich weiterhin für sie einsetzen. Helfen Sie mit!

Dienstag, 30. August 2016

Internationaler Tag der Verschwundenen (30. August) - und Kolumbien...

Dankgottesdienst in Bogotá / Kolumbien
Der 30. August ist der Internationaler Tag der Verschwundenen. Er soll an das Schicksal von Menschen erinnern, die gegen ihren Willen verschleppt wurden und deren Verbleiben nicht aufgeklärt ist. 1981 wurde er in Costa Rica ins Leben gerufen. Vor allem in Chile, Argentinien, El Salvador, Guatemala und Kolumbien gibt es unzählige Menschen, von denen die Angehörigen bis heute nicht wissen, was aus ihnen geworden ist. 
Im Rahmen des Friedensvertrages in Kolumbien wollen die Regierung und die Guerillaorganisation Farc gemeinsam das Schicksal von Zehntausenden von Verschwundenen aufklären. Seit dem Jahr 1938 sollen mehr als 80.000 Menschen verschwunden sein. Seit Beginn des Bürgerkriegs Anfang der 1960er Jahre wurden nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft rund 45.000 Menschen verschleppt. Die Rebellen und die Regierung wollen nun ihre Informationen über den Verbleib der Verschwundenen zusammenführen.
Für Kolumbien ist das eine offene Wunde. Es bleibt zu hoffen, dass es gelingt, das Schicksal der Verschwundenen aufzuklären. Menschen, die um ihre Angehörige trauern, brauchen Gewissheit und Orte für ihre Trauer.
In Kolumbien wurde der in diesem Monat geschlossene Friedensvertrag zwischen der Regierung und der Farc vorsichtig begrüßt. Das sei ein Anfang. Der Vertrag kann aber nur ein Beginn sein, zu einem umfassenden Frieden zu kommen. Unsicher ist, ob in Gebiete, die die Rebellen verlassen, andere bewaffnete Gruppen kommen. Wie werden Paramilitärs und andere Rebellengruppen wie die ELN eingebunden? Wie schafft es der Staat, in Gebieten, wo er überhaupt nicht präsent ist, Strukturen aufzubauen für Bildung, Gesundheit, Infrastruktur? 
Zunächst gilt es aber zu würdigen, dass es gelungen ist, einen Friedensvertrag auszuhandeln. In einem ökumenischen Gottesdienst wurde dazu ein Dankgottesdienst gefeiert, an dem auch die Lutherische Kirche teilnahm (IELCO). "Für uns ist es ein großes Hoffnungssignal, dass es gelungen ist, miteinander so lange zu verhandeln und einen Friedensvertrag zu unterschreiben", sagt Bischof José Benjamín Ojeda von der IELCO.
In diesem Jahr fördert die GAW-Frauenarbeit Projekte der IELCO. Dabei geht es auch um Stärkung von Frauen, die Angehörige im über 50 Jahre andauernden Bürgerkrieg verloren haben.

Samstag, 27. August 2016

Kommt herübe rund helft uns!

Pfarrer Joseph Kassab von der NSSL
"Bis vor 5 Jahren haben wir keinerlei Verfolgungen und Unterdrückungen als Christen in Syrien erlebt", berichtet Pfarrer Joseph Kassab von der Natioanl Evangelical Synod of Syria and Lebanon. "Wir haben im Vergleich zu anderen arabischen Staaten priveligiert gelebt und keine Bedrückung erfahren." Und er fährt fort: "In kurzer zeit haben wir viel verloren. Aber", so Kassab, "wir haben gelernt, eine bessere Kirche zu werden." Und dann begründet er diese Aussage und berichtet, wie sie als kleine Kirche versuchen, Menschen aller Konfessionen und Religionen solidarisch zur Seite zu stehen. Er berichtet von der humanitären Hilfe, von den Altersheimen, die offen für alle sind und von den evangelischen Schulen in Homs, Aleppo, Qamsihly und Hassakeh. "In dieser Not hat sich unsere Theologie geweitet. Wir sehen, wie notwendig es ist, versöhnend als Kirche zu wirken." Und Kassab bekennt: "Wir haben eine Zukunft als Kirche im Mittleren Osten, wenn wir unseren Versöhnungsauftrag annehmen. Dafür sind wir selbst auf Solidarität angewiesen. Wir danken dem GAW und den deutschen Kirchen für ihre Gebete und ihre Hilfe - insbesondere für die Hilfe für Flüchtlinge aus Syrien in Deutschland. Ihr in Deutschland behandelt die Flüchtlinge mit Würde! Und", so Kassab, "wir können nur Christen sein, wenn wir so human leben wie Christus es uns vorgemacht hat.
Und Kassab endet seinen Bericht mit Worten des Apostel Paulus. "Kommt herüber und helft uns! Kommt und schaut und besucht uns."

Freitag, 26. August 2016

Wir sind verletzt, aber nicht zerstört!

Mofid Karajili
Nadjila Kassab
"Der Apostel Paulus hat die kirchliche Aufgabe das Evangelium aller Welt zu verkünden in Syrien begonnen. Die Welt hat von hier aus Hilfe bekommen. Bitte vergesst uns evangelische Christen in Syrien jetzt nicht in dieser harten Zeit! Wie Paulus zu euch kam, so helft uns und betet für uns!" sagt Pfarrer Mofid Karajili von der evangelischen Gemeinde in Homs in Syrien. "Wir brauchen eure Gebete und eure Solidarität!" Damit endete Mofid seinen Bericht aus Homs und sein em Erleben des blutigen Bürgerkrieges, der so viel Leid hervorgerufen hat und einer halben Millionen Menschen das Leben schon gekostet hat.
Er selbst begann als junger Pfarrer in Idlib. Dort gibt es keine Gemeinde mehr. Die Kirche wurde zerstört. Die Gemeindemitglieder flohen vor der al Nusra-Front. Die Kirche schickte ihn in eine andere Gemeinde. Dort ereilte ihn das gleiche Schicksal. Schließlich kam er 2012 nach Homs. Einen Monat war er hier. Dann begannen auch hier die heftigen Kämpfe, die vielen Menschen noch in Erinnerung sind. Die evangelische Kirche war auf einmal auf der Seite der sog. Rebellen, die aus der Kirche ein Rekrutierungsbüro machten. 300 Meter weiter liegt die evangelische Schule und das Altersheim der Kirche - nur: auf der anderen Seite der Frontlinie. Erst Weihnachten 2015 konnte die Gemeinde hier wieder Gottesdienste feiern. Und mit bewegenden Worten beschreibt Mofid: "Wir sind durch die Zeit des Krieges eine bessere Kirche geworden. Sie lebt Solidarität. Sie ist an der Seite ihrer Leute und der Leute in Not. Und wir sind eine prophetischere Kirche geworden. Kirche für andere!" Und Najila Kassab von seiner Kirche unterstreicht: "Wir spüren die Gegenwart Christi in unserer Kirche. Wir sind vielleicht verletzt, aber nicht zerstört. Und die Gemeinschaft der Glaubenden macht uns stärker."
Ein bewegender Gemeindeabend in Hannover ging mit diesen Worten zu Ende. Viele Menschen nahmen teil und hörten bewegt den Berichten von Mofid Karajili, Joseph und Nadjila Kassab zu

Donnerstag, 25. August 2016

Evangelischer Pfarrer aus Syrien berichtet



Mofid Karajili in der zerstörten Kirche
Mofid Karajili ist Pfarrer in Homs, Pfarrer einer arabischen reformierten Gemeinde. Ja, es gibt sie in Homs, immer noch und trotz allem. Vorher war Karajili Pfarrer in Idlib. Aber die Kirche von Idlib ist zerstört. Die Christen sind geflohen.

Also wurde er Pfarrer in Homs. Die Kirche dort war Rekrutierungsstelle der oppositionellen Islamisten. Vom Dach des Altersheims der reformierten Gemeinde aus konnte man die Kirche sehen. Sie stand auf der anderen Seite der Frontlinie.

Weihnachten 2015 geschah ein Wunder. Die Gemeinde feierte wieder Gottesdienst in ihrer Kirche. Sie hatte ein neues Dach bekommen und wurde in diesem Gottesdienst wieder eingeweiht.

In dieser Woche besuchen Mofid Karajili sowie das Theologen-Ehepaar Najla und Joseph Kassab Deutschland. Joseph Kassab ist Generalsekretär der Nationalen Evangelischen Synode von Syrien und Libanon mit Sitz in Beirut. Sie werden in Stuttgart, Leipzig, Leer, Hannover und Berlin mit Kirchen und kirchlichen Werken über die Hilfen für Gemeinden und Schulen in Syrien sprechen.

Die arabisch-reformierte Kirche in Homs mit neuem Dach

Mofid Karajili wird in der Kirche und in Öffentlichkeit davon berichten, was es heißt, zu säen. Zu bleiben, wenn andere flüchten, Jugendabende zu organisieren, wenn andere keine Hoffnung mehr haben.  Er ist dankbar dafür, dass die Hälfte der Gemeinde, die geblieben ist, mit mehr Treue kommt und mitarbeitet. Und dafür, wie sehr ihm und seiner Gemeinde aus dem Ausland geholfen wurde.
Zu Hause in Homs wird er weiter predigen, um die Gemeinschaft aufrecht und lebendig zu halten, für Menschen, die die Sprache aus der Offenbarung von Johannes in neuer Tiefe und Ernst verstehen.


Das Gustav-Adolf-Werk hat die reformierte Gemeinde in Homs, ihre Schule mit 1 500 Schülerinnen und Schülern sowie das Altersheim mehrfach unterstützt. Ein schöner Erfolg war der Aufbau einer Gemeindebibliothek. Mofid Karajili unterstreicht: „Lesen ist wie atmen. Es stärkt die Würde der Menschen und gibt Perspektive. Hoffentlich ist das stärker als jeder Terror!"


Samstag, 20. August 2016

Lutherisches Gemeindezentrum in Cobija/Bolivien nach Unwetter beschädigt

Bilder vom beschädigte Gemeindezentrum
Ein Unwetter mit heftigen Regenfällen und Sturm hat am Abend des 19. August in Cobija, Hauptstadt des Bundesstaates Pando in Bolivien, schwere Schäden verursacht. Bäume wurden entwurzelt, Lichtmasten stürzten um, Mauern stürzten ein, Dächer wurden zerstört. Das Unwetter dauerte nur 20 Minuten und hat erhebliche Schäden angerichtet.
Auch das Zentrum der lutherischen Gemeinde "Galiläa" der Iglesia Evangélica Luterana in Bolivia (IELB) hat erhebliche Schäden erlitten. "Zum Glück wurde auch in unserem Zentrum niemand verletzt!" schreibt Kirchenpräsident Emilio Aslla Flores. "Der Gemeindesaal für die Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen wurde überschwemmt und eine Begrenzungsmauer stürzte ein. Auch das Dach muss repariert werden."


Das GAW wird der lutherischen Gemeinde helfen. helfen Sie mit:
KD-Bank
Stichwort: Bolivien
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC: GENODED1DKD

Freitag, 19. August 2016

Bischof Fabiny: Kirche muss gegen Fremdenfeindlichkeit die Stimme erheben!

Bischof Dr. Tamás Fabiny von der Evangelischen-Lutherischen Kirche Ungarns sprach auf dem Jahresempfang, den die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe im August in Budapest veranstaltete, in Anlehnung an das EKD-Jahresthema „Reformation und die Eine Welt“ zum Thema „Europa, das Christentum und die Eine Welt. Verantwortung in einer globalisierten Welt.“ Dabei bezog er sich auf die Politik der Regierung in Ungarn. Nach seiner Ansicht führt die Politik der Regierung Orban zu einer wachsenden Fremdenfeindlichkeit in seinem Land. Gezielt würden Vorurteile und Ängste geschürt. Für die christlichen Kirchen gehe es daher jetzt um ein eindeutiges Bekenntnis der Kirche zum Christentum. Gleichzeitig fand Fabiny lobende Worte für all jene Menschen, die ungeachtet dessen den Mut hätten, sich gegen die rechte Simmung zu stemmen. Sein Fazit: Europa stehe am Scheideweg.
Dr. Tamás Fabiny (Foto) ist seit 2006 Bischof der Norddiözese in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn. Außerdem ist er seit 2010 einer der sieben Vizepräsidenten des Lutherischen Weltbundes (LWB) mit Zuständigkeit für Mittel-Ost-Europa.

Donnerstag, 18. August 2016

Hilfe für die "romanische" Waldenserkirche in Verona


Eingangstür der Waldenserkirche
in Verona
"Dank der Hilfe des GAW konnte die Eingangstür unserer alten Waldenserkirche in Verona und drei Fenster restauriert werden", schriebt Moderator Eugenio Beranrdini. 
Die Waldenserkirche in Verona ist etwas sehr Besonderes: Wie die Anfänge der Waldenserbewegung stammt der Kirchbau aus dem 12. Jahrhundert. Käuflich erworben hat die Gemeinde die Kirche aber erst 1878 - von einem jüdischen Kaufmann, der sie als Lagerhalle nutzte. Bis in napoleonische Zeit war das kleine Kirchlein in der Nähe der großen Kathedrale Veronas eine katholische Kirche. Nach den napoleonischen Kriegen wurde sie enteignet und entwidmet. 
Inzwischen hat sich die Zusammensetzung der Gottesdienstbesucher gewandelt. In fast jedem Gottesdienst sind auch afrikanische Trommelklänge zu hören, denn die Waldensergemeinde ist italienisch und ghanaisch durchmischt. Eine multi-ethnischen Gemeinde. Zusammen Kirche zu sein ist ein anspruchsvoller Prozess. Es gibt Unterschiede in der Spiritualität, den Wertvorstellungen, aber auch in den Erwartungen an den Pfarrer, den Gottesdienst und nicht zuletzt sprachliche Hürden führen zu Spannungen. Die Frage
danach, inwieweit sich die Theologie ändert, wenn Migranten die Mehrheit in den Leitungsgremien stellen, kann heute noch nicht beantwortet werden. Bislang sind die Gemeindeglieder mit Migrationshintergrund noch nicht mehrheitlich in den Leitungsgremien vertreten. An der Fakultät der Waldenser in Rom wird versucht, ein theologisches Fundament für die Entwicklung hin zu einer multi-ethnischen und –kulturellen Kirche zu entwickeln und Gemeindeleitende fortzubilden und zu sensibilisieren. Trotz Spannungen haben alle Beteiligten aber das Grundverständnis, gemeinsam Kirche sein zu wollen und sich dafür zu engagieren.
Im Projektkatalog 2012 wurden für die Sanierung dieser altehrwürdigen Kirche 22.500 Euro vom GAW gesammelt. Damit wurden der Kirchturm und das Dach gesichert und renoviert. "Jetzt sind wir dem GAW sehr dankbar für die Hilfe von weiteren 5.000 Euro, bei den weiteren Sanierungsarbeiten", sagt Moderator Bernardini.

Dienstag, 16. August 2016

Musik im Armenviertel

Pfarrer Sabino Ayala
"ASE ist ein Ort voller Lächeln und Freude, Musik und Spiel inmitten eines Ortes, wo viele Menschen leiden", schreibt Pfarrer Sabino Ayala. "Entscheidend ist dabei die Musik! Und gerade durch die Musik und das Erlernen eines Musikinstrumentes lernen die Kinder und Jugendlichen, was in ihnen steckt, wenn sie nur gefördert werden. Dank der Unterstützung des GAW konnten wir neue Instrumente für unser Streichorchester kaufen." Nach Auskunft von Pfarrer Ayala gehören inzwischen 40 Kinder und Jugendliche dem Orchester an.
Das Sozialprojekt ASE (Acción Socila Ecumenica) ist ein Gemeindeentwicklungsprojekt der
Evangelischen Kirche am La Plata. Es kümmert sich um sozialgefährdete Kinder und Jugendliche und ihre Familien in San Fernando (Buenos Aires). Ziel ist es, das Gemeindeleben weiterzuentwickeln, um die Lebensumstände zu verbessern. Entstanden ist die Arbeit 1988 aus der Gemeinde in San Martinez, die schon damals die Not in den Armenvierteln erkannte. Im Armenviertel San Fernando leben ca. 165.000 Menschen. In ASE wird auf zwei Arten Gottes Wort gelebt: Einerseits durch das samstags stattfindende Gemeindeleben, u. a. mit Gottesdiensten und Kinderbibelstunden, und andererseits durch die sehr ausgeprägte diakonische Arbeit, die von Nähkursen für Mütter bis zu Backaktivitäten mit Kindern reicht. Ein wichtiger Teil ist das Angebot der Psychologin, das rege wahrgenommen wird. Zum Teil wird ASE an Tagen, an denen sie vor Ort ist, zu einem überfüllten Wartesaal. ASE ist eines der wenigen Projekte, in denen Gemeinde und Diakonie Hand in Hand mit Sozialarbeit und Psychologie versuchen, das Leben vor Ort zu verbessern. 2007 wurde die Arbeit neu ausgerichtet. Sie nennt sich jetzt „Ein anderer Ort ist möglich“. 

Donnerstag, 11. August 2016

Aleppo: Gott ist unsere einzige Hoffnung

Seit Wochen ist Aleppo schwer umkämpft. Pfarrer Haroutune Selimian von der armenisch-evangelischen Gemeinde schreibt am 9. August: "Zwei Millionen Menschen sind in Aleppo eingeschlossen. [...] Ende Juni brachte die Syrische Armee die Castello Road unter ihre Kontrolle, den letzten noch offenen Weg in die von Rebellen kontrollierten Stadtteile. Letzte Woche hat die Koalition aus Rebellen und Islamisten die letzte noch offene Hauptstraße in den Süden Aleppos abgeschnitten. [...] Die Kämpfe der letzten Wochen haben viele Menschenleben gefordert. Krankenhäuser wurden zerstört, es gibt keinen Strom und kein Wasser mehr. Besonders kleine Kinder leiden an Durchfall und anderen Krankheiten, weil sie schmutziges Wasser trinken müssen. [...] Letzte Woche geriet die Furkan Street unter Raketenbeschuss. Das ist die Straße, in der sich unsere Mädchenschule befindet. Die Raketen haben schwere Schäden angerichtet. Zwei Raketen trafen den Campus der Schule. Gott sei Dank, wurde dabei niemand getötet oder verletzt. Aber unsere beiden Schulbusse, mit denen wir die Kinder zu Schule holen, sind komplett ausgebrannt. Es ist das dritte Mal in den vergangenen drei Jahren, dass unsere Mädchenschule von Raketen getroffen wird. [...] Wir vertrauen weiterhin darauf,  dass Gott uns schützt. ER ist unsere einzige Hoffnung und Stärke."
Das GAW hat gestern erneut Nothilfen für die armenisch-evangelische und die arabisch-evangelische Gemeinde in Aleppo auf den Weg gebracht.

Mittwoch, 10. August 2016

Evangelische Christen in Syrien

Vom Krieg betroffene Evangelische Kirche
in Syrien
Syrien kommt in der Geschichte des Christentums eine besondere Bedeutung zu. Von hier aus sind Missionare und Apostel ausgezogen, um in Europa und der Welt den neuen Glauben zu verkünden. In Syrien liegen die wichtigsten christlichen Heiligtümer, Kirchen, Klöster und Mausoleen – und noch immer gibt es Orte, an denen bis heute Aramäisch gesprochen wird, die Sprache Jesu.
In Syrien lebten die Christen bis vor dem Bürgerkrieg verstreut in allen Provinzen, Städten und Regionen. Vor dem Krieg gehörten ca. 10% der Bevölkerung einer christlichen Kirche an. Vor 1967 waren es sogar 30%. Wie viele es heute sind, weiß man nicht. Mit Sicherheit hat sich die Zahl mindestens halbiert. Die meisten Christen wohnen/wohnten in Homs, Tartus, im Christlichen Tal, in Damaskus und Aleppo, Hassakeh, Qamishly, Hama und Latakia.
Das GAW arbeitet mit der Evangelisch-Armenischen und der Evangelisch-Arabischen Kirche zusammen, die beide der reformierten Tradition angehören.
Der Protestantismus selbst hat im Nahen Osten hat eine relativ kurze Geschichte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen protestantische Missionare aus Nordamerika und Europa und brachten eine Idee der Reformation mit sich, die für Gewissensfreiheit und ein bibeltreues Leben stand. Sie gründeten Schulen und Universitäten, bauten Krankenhäuser und legten den Grundstein für eine umfassende Sozialarbeit. Diese Arbeit enthielt zwar auch Elemente westlichen Kulturimperialismus, setzte aber gesellschaftliche Veränderungen in Gang, die noch heute nachwirken. 
Die Frage nach der Zukunft des Protestantismus im gesamten Nahen Osten ist heute aktueller denn je. In allen Ländern der Region stellen die christlichen Gläubigen nur eine verschwindend kleine Minderheit dar, und die protestantische Gruppe ist zudem besonders klein und dazu noch zersplittert. Protestantische Kirchen machen sich Sorgen um die Emigration, denn die protestantische Jugend wandert in großen Zahlen aus. 
Das GAW unterstützt weiterhin die evangelischen Partner. Besonderes Augenmerk liegt auf Aleppo. Die Kämpfe der letzten Wochen waren schlimm und haben viele Todesopfer gekostet. 
Derzeit sind eine erneute Nothilfespende zur armenisch-evangelischen Kirche in Aleppo und ein Schulunterstützungsprogramm für die arabisch-evangelische Kirche in Aleppo auf dem Weg. Helfen Sie mit:
GAW
KD-Bank
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC: GENODED1DKD
Stichwort: Nothilfe

Dienstag, 9. August 2016

Syrien: Neue Generatoren für evangelische Gemeinden

Pfarrer Firas Farah mit einem der neuen Generatoren.
Die evangelischen Gemeinden in Qamishly, Al Malkeih und Al Hassaka haben je einen neuen Generator für ihre Kirchen bekommen. Das GAW hat bei der Finanzierung geholfen.
Pfarrer Firas Farah schreibt: "Wir sind sehr glücklich und dankbar. Die Generatoren erleichtern es uns sehr, das Gemeindeleben und die Gottesdienste aufrecht zu erhalten. Wir brauchen Strom für Licht, für die Heizung im Winter, für die Klimaanlage und Kühlsysteme im Sommer." In der Region im Nordosten Syriens gibt es nur wenige Stunden am Tag Strom.
Die Beschaffung der Generatoren hatte aufgrund der zerstörten Infrastruktur und der prekären Sicherheitslage in Syrien mehrere Monate gedauert. In der Region gab es keine passenden Generatoren zu kaufen. Nach längerer Suche konnten die Gemeinden die Geräte schließlich in Damaskus beschaffen. Da die Straßen von Damaskus in den Nordosten Syriens nicht sicher sind, wurden die Generatoren schließlich mit dem Flugzeug transportiert.