Mittwoch, 22. September 2010

Sprache und Herausforderungen in der Diaspora

Helmut Frenz in Hamburg
Launig erzählte Helmut Frenz auf seiner Lesung in Hamburg in der Hauptkirche St. Trinitatis Altona wie er es schaffte, nachdem er schon einige Zeit in Chile ohne Spanischkenntnisse lebte und arbeitete, einen Sprachkurs machen zu können. Hinter der launigen Geschichte verbirgt sich ein tieferer Kern. In seiner Zeit war es in der lutherischen Kirche scheinbar nicht nötig oder nicht gewünscht, die Sprache des Landes zu erlernen. Man sprach Deutsch und wollte, dass der Pfarrer in Deutsch arbeitete. Das ging aber nur noch bedingt.
Hier wiederholt sich etwas, was bis in unsere Zeit gilt. Man muß die Sprache des Landes verstehen und sprechen, um dann auch in die Fragen und Herausforderungen einer Gesellschaft einsteigen zu können und handeln zu können. Wenn es im Johannesevangelium heißt: „Das Wort ward Fleisch“, dann ist auch gemeint, sich anzustrengen, heimisch zu werden, zu verstehen, zu hören, wahrzunehmen, um dann auch handeln zu können.
Erst die Sprachfähigkeit machte es Helmut Frenz möglich, sich für Menschenrechte in Chile einzusetzen und den Weg zu gehen, den er gegangen ist. - Pfarrer Enno Haaks

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