Donnerstag, 2. Dezember 2010

Migrantenkirchen in der europäischen Diaspora

Prof. Dr. Elisabeth Parmentier
Prof. Dr. Elisabeth Parmentier von der Université de Strasbourg, die sehr mit dem GAW verbunden ist, hielt am 2. Dezember eine Gastvorlesung an der Theologischen Fakultät Leipzig zum Thema: „Migrantenkirchen – eine neue Herausforderung für evangelische Mission und Ökumene“.
Lebendig erzählte sie von den zahlreichen Migrantenkirchen bedonders aus Afrika, die im laizistischen Frankreich versuchen missionarische Kirche zu sein. Es gibt unter ihnen eine Vielzahl von Gemeinden und Kirchen, die aus dem protestantischen Bereich der historischen Kirchen kommen bis hin zu evangelikal-pfingstlerischen Gruppen, die jeglichen Dialog meiden. Nach politischen Verständnis gehört in Frankreich Religion absolut in den privaten Bereich, in den sich der Staat nicht einmischt. Andersherum will der Staat ebenso wenig, dass sich Kirchen in die Belange des Staates einmischen – in keine! Für afrikanisch geprägte Christen ist das eigentlich undenkbar. Inzwischen treten sie mit großem Selbstbewusstsein auf, dass sie in den „Norden“ kommen, um zu missionieren. Europa ist in ihren Augen Missionsland! Kein Wunder, dass es dann auch zu Spannungen kommen kann.
Die Frage ist, wie man im Dialog bleibt, was man lernen kann, was diese Kirchen aber auch in der Diaspora lernen können. – Pfarrer Enno Haaks

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