Donnerstag, 30. Dezember 2010

Vorwürfe eines FDP-Mannes gegen die Evangelische Kirche

Der Vorsitzende der Landes-FDP in Sachsen Holger Zastrow hat zum Jahreswechsel erneut die Evangelische Landeskirche Sachsen heftig kritisiert: "(Sie) agiert wie eine Partei."
Er bezog sich auf die Kritk der Kirche an der Politik der Landesregierung in Bezug auf eine Aufweichung der Sonntagsschutzes und eine Einschränkung der Weiterentwicklung der "Freien Schulen" in Sachsen. Zastrow stellt die Kirche dabei in eine "linke Ecke" und mahnt die Kirche, ihre Diasporasituation nicht zu verkennen. Dabei zielt er darauf ab, daß eine Minderheitenkirche nicht den Anspruch erheben könne, zu politischen Fragen so massiv Stellung zu nehmen. "Wir haben in Sachsen eine Gesellschaft mit einer übergroßen konfessionslosen Mehrheit."
Alle Achtung... - Zastrow ignoriert dabei die gesellschaftliche Verantwortung, die Kirche - trotz Minderheitensituation - hat und die der Staat durch das Subsidiaritätsprinzip von ihr fordert. Kirche nimmt Anteil an gesellschaftlicher Entwicklung und muß es tun. Sie muß laut ihrem profetischen Auftrag ihre Stimme erheben, wenn Politik sich nur noch nach Marktkategorien neoliberaler Prägung ausrichtet. Sie muß für den Erhalt "Freier Schulen" eintreten, um Pluralität im Bildungsbereich zu stärken nach zwei Dikataturen, die den Erziehungsbereich mißbrauchten für politische Zwecke. Das Diasporawerk der EKD, das Gustav Adolf Werk (GAW), unterstützt den Einsatz für den Erhalt der Evangelischen Schulen und deren Finanzierung. In den letzten 10 Jahren hat das GAW allein in Sachsen 145.000 Euro für Schulgründungen in Sachsen eingesetzt. Gerade die Evangelischen Schulen haben nach der Wende Hervorragendes im Bildungssektor geleistet. Den ersten Landesregierungen nach der Wende war das sehr bewußt!
Und dass Diasporakirchen sich nicht äußern dürften in politischen Fragen, wenn es um Werte und Orientierung geht, ist eine Ignoranz, der es an Weite fehlt. Gerade Institutionen, die Werte vermitteln und Menschen Orientierung geben, müssen sich einmischen! 
Das GAW kann von vielen Erfahrungen von Diasporakirchen in der Welt erzählen, die wichtige gesellschaftliche Beiträge geleistet haben und leisten, z.B. in Chile in Menschenrechtsfragen oder der Beitrag der Diasporakirchen in den postkommunistischen Ländern, in denen gerade eine Werteorientierung verlorengegangen ist - auch durch Bekämpfung von Kirchen. - Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW mit Sitz in Leipzig


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