Freitag, 29. April 2011

Evangelische Kirche im Übermurgebiet


Kirche in Moravske Toplice
Wir sitzen mit Bischof Erniša am Frühstückstisch. Immer mal wieder klingelt sein Handy. Es melden sich Leute aus der Gemeinde mit ihren Anliegen. Sein Bischofsamt ist ein Ehrenamt. Er übt es neben seiner pfarramtlichen Arbeit in Moravske Toplice aus. In der Regel schafft er es, jeden Sonntag die beiden Gottesdienst zu übernehmen, in deutsch und slowenisch. Das ist ihm wichtig, um Kontakt und Beziehung zu seinen Gemeindegliedern zu halten. Eine Sekretärin hat er nicht. Auch kein eigenes "Bischofsbüro". "Das können wir uns nicht leisten," sagt er. Heute morgen ruft ihn eine besorgte Frau aus seiner Gemeinde an. Ihrer Tochter wurde gekündigt bei Mura. Im Vorjahr war Mura in Konkurs gegangen, mit 2.600 Mitarbeitern größter Arbeitgeber der strukturschwachen Region im Übermurgebiet. Mit neuen Investoren konnten mittlerweile aber 1.300 Schneiderinnen wieder bei Mura eingestellt werden. Nun wurde die junge Frau entlassen. Als 28-jährige Frau, die verschiedene Behinderungen hat, wird es sehr schwer sein, neue Arbeit zu bekommen. Die Mutter bittet den Bischof, der den Chef von Mura persönlich kennt, sich für sie einzusetzen. Er verspricht es, mit ihm zu sprechen.
Später erzählt Bischof Erniša, daß im Übermurgebiet die Arbeitslosigkeit bei 20 % liegt (der Landesduchschnitt liegt bei 10 %). Massenentlassungen treffen auch die Evangelische Kirche schwer, denn die meisten Arbeitnehmer waren bei Mura evangelisch. Da ist die Kirche gefragt, sich einzusetzen, zu stärken, zu trösten, zu helfen. Das Diakoniehilfswerk EHO spielt hier eine wichtige Rolle. - Pfarrer Enno Haaks

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