Mittwoch, 12. Oktober 2011

Ein rumänsiches Kinderheim in Alesd

Dr. Annemarie Sadler ist weit über 70. Nach Ihrer Pensionierung als Kinderärztin in Alesd wurde sie gefragt, ob sie nicht ein Kinderheim übernehmen würde. Damals, Ende der 90er Jahre, sagte sie spontan zu, denn die Not war zu greifen. Es gab und gibt viele Halb- und Vollwaisenkinder. Hier in Alesd entschied sich die reformierte Gemeinde, nur ungarischsprachige Kinder aufzunehmen. Die Gegend war ursprünglich rein ungarisch. Das ist inzwischen anders. Jetzt geht es auch darum, die kulturelle Identität zu wahren und den Kindern zu helfen, ihre Wurzeln nicht zu verlieren. 27 Kinder werden von Dr. Sadler betreut. Das ist nicht einfach, denn für den Jahreshaushalt steuert der Staat noch nicht einmal 10 % bei. Selbst muss sie immer wieder sehen, wie sie die nötigen 45.000 Euro jährlich aufbringt. Das geht nur mit ausländischen Spendern. 
Es ist ein gutes Heim, auch wenn man meinen möchte, man müsse doch alle Kinder aufnehmen. Das ist richtig, und dennoch ist es notwendig, die kulturelle Vielfalt zu erhalten, denn durch die Politik des Staates findet sukzessive eine Art Verdrängung statt. Das ist sichtbar an den vielen neuen Kirchenbauten der orthodoxen Kirche. Diese Bauten werden sehr vom Staat gefördert, denn der orthodoxe Glaube ist quasi Staatsreligion. Eine Gleichbehandlung der Protestanten ist nicht in Sicht.
Das GAW hat die Anschaffung einer Solaranlage für das Kinderheim gefördert, um damit geholfen, die Stromkosten um beinahe die Hälfte zu reduzieren. - Pfarrer Enno Haaks

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