Freitag, 25. November 2011

Brasilien und Perspektiven der Zusammenarbeit mit der IECLB

Brasilien ist inzwischen zu einer potenten Wirtschaftsmacht gewachsen. Die Wirtschaft hat einen beachtlichen Aufstieg hinter sich. Ende der 90er Jahre entkam das Land nur knapp einer Staatspleite. Nun zählt die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas zu den aufstrebenden Schwellenländern. Die Stimme Brasiliens hat inzwischen Gewicht. Natürlich hat das Auswirkungen auf Hilfswerke. So überdenkt Kindernothilfe sein Engagement in Brasilien und will in Zukunft die Schwerpunktsetzung verlagern. Sicher ist man sich: Geholfen werden muss auch weiterhin. Denn in ländlichen Regionen besonders im Norden und Nordosten des riesigen Landes gibt es hohe Armutsraten. Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Thiesbonenkamp sagt, „die Lebensbedingungen von Kindern in Armut und extremer Armut seit 30 Jahren haben sich nicht verändert“. Kindernothilfe wird sich deshalb verstärkt in den genannten Regionen engagieren und die Förderungen im Süden des Landes zurückfahren. „Wir werden uns in Brasilien auch weiterhin engagieren“, bekräftige der stellvertretende Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Rolf-Robert Heringer. „Wir lassen uns nicht täuschen von den Boom- und Glitzerbildern aus den Megacities, sondern schauen ganz genau dort hin, wo Kinder unverändert extremer Armut und extremen Rechtsverletzungen ausgesetzt sind.“ (http://blog.kindernothilfe.org/de/
Brasilien mit den Synoden der IECLB
So ähnlich geht es auch dem GAW wenn auch in etwas veränderter Perspektive. Unsere brasilianische Partnerkirche (IECLB) bleibt auch weiterhin eine sehr wichtige Partnerkirche in Lateinamerika. Aber auch wir haben beobachtet, dass innerhalb der IECLB Unterschiede wahrzunehmen sind. Das geht bis dahin, dass nicht jeder Pfarrer bereit ist, die Anstrengungen der Arbeit im Norden auf sich zu nehmen, denn das bedeutet lange Wege, große Distanzen, Probleme bei der Gesundheitsversorgung und bei der Schulausbildung etc. Der Süden wirkt wesentlich entwickelter. Trotzdem fällt auch auf, dass auch Gemeinden im Süden Nöte haben vor allen Dingen mit sozial-diakonischen Projekten, wie z.B. ihren Kindergärten. Staatliche Subventionen sind nicht immer einfach zu bekommen, um die Arbeit eines Kindergartens zu erhalten. Auch der Indianermissionsrat (COMIN) kämpft um Zuschüsse für diese wichtige Versöhnungsarbeit. Als GAW begleiten wir aufmerksam die Entwicklungen in diesem Land. Die Frauenarbeit möchte im Jahre 2013 Brasilien zum Schwerpunkt seiner Arbeit machen und will insbesondere sich um Projekte im Norden und Nordosten kümmern. – Pfarrer Enno Haaks

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