Freitag, 30. Dezember 2011

Aus der Geschichte des GAW - die EvDia

Die Ev Dia
Im Jahre 1919/20 wurde die EvDia (Die Evangelische Diaspora) begründet als Publikationsorgan des GAW. Der Begründer war der damalige Präsident Prof. Dr. Franz Rendtorff, nach dem die Zentrale des GAW benannt ist. Von Anfang an war es als Informations- und Publikationsplattform gedacht, das vertiefende Einblicke auch wissenschaftlicher Art über Diasporafragen und Diasporakirchen gibt. Im Frühjahr 1941 musste auf Anordnung der „Reichspressekammer“ die EvDia eingestellt werden. Damals gab es auf Grund des Erlasses der Nazis ein großes Sterben der kirchlichen Blätter. 
In dem Jahr wurde intensiv über die Situation des GAW und die Auswirkungen der nationalsozialistischen Politik reflektiert. Dr. Karl Goerdeler (1884-1945) war damals stellvertretender Präsident des GAW (seit 1937). Beim 100-jährigen Jubiläum des Werkes 1932 hatte er sich als Bürgermeister Leipzigs sehr für die Ausgestaltung des Festes eingesetzt und sich als guter Freund des GAW erweisen. Er wurde bald – obwohl nationalkonservativer Politiker – zum entschiedenen Gegener des Nazi-Regimes und trat als Oberbürgermeister Leipzigs 1936 zurück, als auf Anordnung der Nazis das Mendelsohn-Denkmal zerstört wurde. 1945 wurde er von den Nazis ermordet als Folge des missglückten Attentats auf Hitler. 1941 schilderte er unverblümt im Vorstand seine Einschätzung, dass der Krieg für Deutschland schlimme Folgen haben wird. Und mit dem Ende Deutschlands sah man die Kirche und damit auch das GAW vor dem Ende. 
Die EvDia wurde erst wieder 1953 aufgelegt (24. Jg.), um den Zusammenhalt des föderalistischen Werkes zu stärken. Es hat eine Zeit gebraucht, sich wieder zu konsolidieren. Nach dem Krieg hat man unter großen Schwierigkeiten das Werk am Leben erhalten und sich insbesondere der Not der Flüchtlinge angenommen. 
Die EvDia ist seitdem wieder regelmäßig erschienen und eine reiche Fundgrube für all die, die sich für Diasporafragen und die Entwicklung unserer Partnerkirchen interessieren. – Pfarrer Enno Haaks

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