Montag, 16. Januar 2012

Migration und Diasporakirchen


Pfarrerin einer Migrantengemeinde in der
Presbyterianischen Kirche in Portugal

In zahlreichen Ländern Mittel- und Südeuropas sind in den vergangenen Jahren durch unterschiedliche Gründe Migrantenkirchen entstanden oder haben sich Migrantengemeinden innerhalb der Kirchen gebildet, wie es sich zum Beispiel in der Waldenserkirche zeigt oder auch in der Presbyteriansichen Kirche in Portugal – beides Partnerkrichen des GAW. Migration verändert die kirchliche Landschaft. Sie hat Auswirkungen auf die gewachsenen Kirchen in den jeweiligen Ländern, die vor der großen Herausforderung der Integration stehen. 
Auf einer Konsultation des Ökumensichen Rates der Kirchen wurde darüber intensiv debattiert. Die Migration ist kein neues Phänomen, so wurde betont. Es hat schon immer Menschen gegeben, die sich auf die Suche nach besseren Lebensumständen gemacht haben aus ganz unterschiedlichen Gründen. „Die Kirche hat den Auftrag, Migranten und Flüchtlinge aufzunehmen. Dazu brauchen wir ein starkes Fundament, das in den Kirchen nicht Spaltung und Vertreibung verursacht, sondern uns hilft, einander zu verstehen und zu akzeptieren, während wir das ökumenische Ziel ‚berufen, eins zu sein‘ verfolgen“, sagte eine Teilnehmerin der Konsultation. Zudem knüpfe die Kirche an ihre ureigenste Aufgabe an, Fremden Heimat zu gewähren. Dafür Verständnis zu wecken ist nicht immer leicht, denn es kommt dadurch auch zu Verschiebungen innerhalb der traditionellen Kirchen. Dr. Gerrit Noort, der Direktor des Niederländischen Missionsrates, sagte auf der Konsulation: „Glaubensgemeinschaften und Kirchen waren bislang die gesellschaftlichen Orte, die Raum boten für Versuche zum Umgang mit der kulturellen Vielfalt in Europa. Die ‚alten‘ und ‚neuen‘ Kirchen in den Niederlanden sind sich mehr und mehr der Gegenwart des jeweils anderen bewusst und ergreifen häufiger die Initiative für ökumenische Zusammenarbeit. Die Kirchen werden mehr tun müssen, wenn sie für den Respekt vor religiösen Minderheiten werben und, insbesondere zwischen Christen und Muslimen, einen positiven Dialog in Gang setzen wollen.“ 
Spannend und durchaus spannungsreich wird es im Miteinander, wenn es um ethische Fragen geht. Diese Erfahrungen hat insbesondere die Waldenserkirche in Italien mit ihren Migrantengemeinden gemacht im Blick auf die Frage des Umgangs mit dem Thema Homosexualität.

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