Dienstag, 15. Mai 2012

Bericht des WWF zur Lage unseres Planeten und Diaspoarkirchen


Kurz vor dem Nachhaltigkeitsgipfel Rio+20 präsentierte der WWF seinen „Living Planet Report 2012" und stellt nüchtern fest, dass die gesamte Menschheit 1 ½ mal so viel verbraucht wie die Erde hergibt. „Macht die Menschheit so weiter, benötigen wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Bis zum Jahr 2050 wären es knapp drei“, sagt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. Alarmierend ist das für uns alle.
Auch kleine Diasporakirchen sind in diese komplexe Thematik involviert. So berichtet der Diakoniechef der Iglesia Evangélica del Rio de la Plata (IERP), Nicolas Rosenthal, bei seinem Besuch in Leipzig von der Situation der Landwirte in Gemeinden in Paraguay. Sie bauen weitflächig Soja an und verdienen gut daran. Als sie sich in den 60er/70er Jahren ansiedelten, hatte ihnen der paraguayische Staat großzügig Land verkauft und sie regelrecht aus dem Süden Brasilien angelockt. Sie bekamen für ihr Geld vier Mal so viel Land wie es in Brasilien möglich gewesen wäre. Das Land wurde gerodet, um Platz zu schaffen für den Soja-und Maisanbau – mit den entsprechenden Folgen für die Natur. Inzwischen fördert die diakonische Abteilung der IERP Aufforstungsprogramme. Zudem gibt es Landkonflikte mit den Ureinwohnern. Eine komplexe Situation, die deutlich macht, wie wir als Kirche gefordert sind, Bewusstsein zu schaffen und Nachhaltigkeit auch in Umweltfragen zu unterstützen.

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