Mittwoch, 23. Mai 2012

Ein neues Bethaus für Kamyschin

Dr. Hueffmeier mit den beiden Predigern
„Friede sei mit Euch!“ Mit diesem Gruß empfängt Prediger Benno Fischer jedes Mitglied der GAW-Delegation, als wir sein Bethaus in Kamyschin an der unteren Wolga betreten. 30 Jahre gibt es das Haus schon. 1976 konnte sich wieder eine lutherische Gemeinde gründen, nachdem es bis in die 30erJahre noch zwei große lutherische Gemeinden in der Stadt gegeben hatte. Benno hat in der Verfolgungszeit viel erlebt. 10 Jahre war er alt, als zwei seiner Onkel von der Miliz erschossen wurden. Seine Großmutter wäre es beinahe ebenso ergangen. „Sie hat, als der Milizionär in unser Haus stürmte, die Bibel genommen und ihm laut und bestimmt gesagt: Diese Bibel gehört mir! Das hat so viel Eindruck hinterlassen, dass man sie in Ruhe ließ. Die Familie wurde trotzdem verschleppt. Ende der 70er Jahre kam Benno nach Kamyschin zurück und wurde Prediger. Er macht das in der Tradition der Brüdergemeinden. Das ist eine konservative Frömmigkeit. Inzwischen hat er sich einen Nachfolger ausgesucht. Paul heißt er. Benno bringt ihm alles bei. „Einer muss den Menschen zeigen, Jesus nachzufolgen und den gekreuzigten und auferstandenen Christus predigen!“, sagt er.

Das Bethaus ist in die Jahre gekommen. Alles ist schief. Es gibt keine Heizung mehr. Das Fundament ist instabil. Das Bethaus soll abgerissen werden und ein neues entstehen, in dem dann auch der Prediger wohnen kann. Die Gemeinde ist klein, aber stabil. „Wir brauchen ein neues Bethaus, denn wie sollen neue Leute kommen, wenn wir so ein kaputtes Bethaus haben?“, fragt Benno.
Das GAW sammelt in diesem Jahr für dieses neue Bethaus. Ein gutes und wichtiges Projekt, dass den Menschen hilft, ihren evangelischen Glauben zu stärken. – Pfarrer Enno Haaks

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