Donnerstag, 17. Mai 2012

Hoffnungsvoller Gemeindeaufbau in Achangelsk/Russland

Alte luth. Kirche von Archangelsk
In Archangelsk gibt es seit dem 16. Jahrhundert lutherisches Leben. Die günstige geographische Lage ca. 1000 km nordöstlich von St. Petersburg am Weißen Meer mit den Handelsmöglichkeiten haben schnell zu einer Gemeindegründung geführt. Auch hier hatte es die lutherische Kirche in der Sowjetzeit sehr schwer. Aber sie hat es geschafft, in kleinen brüdergemeindlichen Kreisen zu überleben.
Nach der Wende hoffte man - wie an so vielen Orten -, dass es möglich sei, hier wieder ein starkes lutherisches Leben aufzubauen. Man hoffte auf die Rückgabe der alten Kirche, in der inzwischen die Philharmonie untergebracht war. Daraus wurde nichts. Aus den großen Plänen wurde ein Desaster. Zum Glück gab es Nina, die sich in Nowosaratowka zur Predigerin ausbilden ließ. Treu sorgte sie dafür, dass die Gottesdienste stattfanden. Meist traf man sich in Wohnzimmern mit 8-10 Gläubigen. Zu einer ordentlichen Registrierung der Gemeinde fehlte die Kraft. Jetzt starb Nina im Alter von 70 Jahren. Aber dieses Durchhalten hat die Gemeinde erhalten, denn so konnte Oleg zur Gemeinde stoßen. Er hatte eigentlich mit der lutherischen Kirche nichts zu tun gehabt und hatte einige Kirchen ausprobiert. Durch Zufall besuchte er die kleine lutherische Gruppe. Hier entdeckte er das, was er suchte: eine Gemeinde, die ihn aufnahm. Er ließ sich taufen. Inzwischen absolviert er Kurse in Nowosaratowka und beginnt, die Rolle von Nina zu übernehmen. Selbst ist er als Ofenbauer unabhängig, so dass die Gemeinde keine Sorgen mit der Bezahlung des Predigers haben wird. Inzwischen wächst die Gemeinde - auch Dank der Initiative von Oleg. 17 Mitglieder haben sich eingeschrieben. Oleg ist begeistert dabei. Schwer ist es, ohne jegliche Tradition zu beginnen und Gemeinde aufzubauen. Wir sind gespannt, wie es dort weitergehen wird. - Pfarrer Enno Haaks

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