Mittwoch, 20. Juni 2012

Bischof Martínez aus Kolumbien im Interview

Ein Interview aus dem Blog des Luthersichen Weltbundes auf der Ratstagung des LWB in Bogota nach einem von Edwin Mendivelso am 15. Juni auf Spanisch geführten Interview.:
Die Evangelisch-Lutherische Kirche Kolumbiens (IELCO) ist Gastgeberin der diesjährigen LWB-Ratstagung, die vom 15. bis 20. Juni in Bogotá (Kolumbien) unter dem Thema „Gemeinsam für eine gerechte, friedliche und versöhnte Welt“ stattfindet. Die Lutherische Welt-Information (LWI) sprach mit IELCO-Bischof Eduardo Martínez über die Herausforderungen, vor denen die kolumbianische LWB-Mitgliedskirche steht, und über ihre Hoffnungen.

Was bedeutet es für die IELCO, ein Mitglied der weltweiten lutherischen Kirchengemeinschaft zu sein?

Wir sehen uns als Teil einer Konfessionsfamilie, die repräsentativ und ökumenisch ist. Ausserdem haben wir ein ausgeprägteres Bewusstsein für die Probleme, denen sich die Menschheit gegenüber sieht, und haben die Möglichkeit diese Probleme anzugehen, da wir wissen, dass die anderen LWB-Mitgliedskirchen uns dabei unterstützen und begleiten.

Geben Sie uns einige Beispiele für Herausforderungen, vor denen die IELCO steht. Wie gehen Sie diese an?

Die grösste Herausforderung für unsere Kirche mit ihren 2.000 Mitgliedern und 23 Gemeinden ist die Nachhaltigkeit. Es wird immer schwieriger, durch unsere Mission und unser Wachstum einen positiven Einfluss auf unser Land zu haben. Sorge macht uns, wie die derzeit kleinen Kirchen in der Lage sein werden, dem neuen Gesetz Folge zu leisten, das viele Anforderungen an alle Kirchen stellt, unter anderem zum Beispiel die Bereitstellung von Parkplätzen. Um das leisten zu können, müssen wir unsere Ressourcen und die Unterstützung der Kirchengemeinschaft sehr gut verwalten.

Welche Rolle spielt die IELCO in Kolumbien?

Unsere Aufgabe als Kirche ist es, den christlichen Glauben auch in einer Konfliktsituation wie in Kolumbien zu leben. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist, durch die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Organisationen wie dem Lateinamerikanischen Kirchenrat, Frieden zu schaffen. Im Rahmen eines ökumenischen Ausschusses für Frieden – der „Mesa Ecuménica para la Paz“ – arbeiten wir an Vorschlägen, um die Situation in Kolumbien zu unterstützen. Auch wenn unsere Gemeinden nicht in der roten Zone des zivilen Konfliktes liegen, bekommen unsere Kirchen die Folgen zu spüren, da die Arbeitslosenquote sehr hoch ist. Es wird geschätzt, dass etwa 80 Prozent unserer Gemeindemitglieder arbeitslos sind. Die IELCO arbeitet mit anderen Kirchen zusammen, um Lösungen für dieses Problem zu finden und so hoffentlich die Kluft zwischen den Gesellschaftsschichten zu verkleinern. Darüber hinaus erfüllt die IELCO ihre prophetische Aufgabe, Zeugnis für das Evangelium anzulegen und zu Gerechtigkeit und Frieden aufzurufen. In verschiedenen Programmen zum Beispiel zum Thema Menschenrechte, durch Gesundheitsdienste und die Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit sowie Projekten für nachhaltige Entwicklung hilft sie ausserdem den verwundbarsten Gemeinschaften des Landes.

Welche Hoffnungen haben Sie für die Zukunft der Kirche?

Wir hoffen, unsere Verbindungen mit der lutherischen Kirchengemeinschaft weiter vertiefen und unsere diakonische Arbeit effektiver und fokussierter gestalten zu können. Wir hoffen, dass die IELCO wachsen wird und die Realität unseres Landes unterstützen kann. Wir werden die Ziele unserer Mission – Evangelisation und Anhängerschaft – weiter verfolgen und uns weiter für Gerechtigkeit, Frieden und Umweltschutz einsetzen.

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