Donnerstag, 6. September 2012

Besuch von der Presbyterianischen Kirche in Kuba


Moderator Daniel Izquierdo
„Wir brauchen sehr viel Hilfe in unserer Kirche auf Kuba,“ berichtet Pastor Daniel Izquierdo Hernández, Moderator der Presbyterianischen Kirche auf Kuba bei seinem Besuch in der Zentrale des Gustav-Adolf-Werkes. In den letzten Jahren konnte das GAW bei zwei Kirchenrenovierungen helfen. Diese Beziehung kam auf Vermittlung des Berliner Missionswerkes zustande. „Die Kirchengebäude sind auf der ganzen Insel in keinem guten Zustand. Man versucht, viel zu tun. Aber der Staat behinderte oft die weitere Entwicklung,“ sagt Cornelia Schattat, Kubareferentin in Berlin. „Wir sind dem GAW dankbar, mit uns zusammen Projekte zu unterstützen. Inzwischen ist wieder einiges möglich auf Kuba.“ Aber – und das bekräftigt Daniel Izquierdo: „In Kuba sehnt man sich nach einer weiteren Öffnung des Staates. Das Vertrauen in das kommunistische System ist nicht groß.“
Die Kirche hat eine lange Tradition auf dem Inselstaat. Nach der Unabhängigkeit Kubas von Spanien (Ende des 19. Jahrhunderts) entwickelten sich Kontakte und Handel mit den USA. Dort lernten Kubaner protestantische Kirchen kennen und luden Missionare nach Kuba ein, die zuerst in den bürgerlichen und intellektuellen Kreisen Gehör fanden, die dann auch Gemeinden und besonders Schulen gründeten. So entstand die Presbyterianisch-Reformierte Kirche in Kuba (IPRC), die bis Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ein Teil der Presbyterianischen Kirche in des USA war. Nach der massiven Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba ab 1960 wurde die Kirche 1967 selbständig. Heute hat sie etwa 12.000 getaufte Gemeindeglieder, wovon ca. 4.000 aktiv sind, in 49 Gemeinden. 22 Pastoren betreuen die Gemeinden. „Hier haben wir viele Sorgen, denn in den letzten Jahren haben 8 Pastoren ihre Gemeinden verlassen und sind ins Ausland gegangen, um bessere Lebensbedingungen zu haben,“ sagt Daniel Izquierdo. Mit Hilfe eines verstärkten Laienengagements wird versucht, die Gemeinden gut zu versorgen. Das diakonische Engagement ist begrenzt möglich – überall da, wo der Staat keinen Alleinvertretungsanspruch erhebt. Ein Waschsalon, Gemüsegärten und „Essen auf Rädern“ sind dafür Beispiele. Damit werden die Gemeindemitglieder und Nachbarn in dem von Mangel geprägten kubanischen Alltag.
Der Vorstand des GAW hat vor Kurzem intensiv über die Möglichkeit einer Ausweitung des Engagements diskutiert. Präsident Dr. Hüffmeier erklärte: „Wir dürfen unsere Augen nicht vor neuen Herausforderungen verschließen. Kuba könnte ein Beispiel sein. Mit kleinen Projektförderungen, wie wir es in den vergangenen beiden Jahren getan haben, sollten wir Erfahrungen mit dieser Kirche sammeln.“

Keine Kommentare: