Dienstag, 25. September 2012

"Grenze der Toleranz" - Projekt für das Themenjahr 2013 der Reformationsdekade



Blick ins Plenum der VV des GAW
Auf der Vertreterversammlung des GAW wurde ein gutes Projekt durch die Hauptgruppe Sachsen vorgestellt, das in Zusammenarbeit mit der Landeskirche Sachsen und der Kirche der Böhmischen Brüder vorbereitet wird:
Die alte sächsisch-böhmische, heute deutsch-tschechische Grenze stellt eine jahrhundertelange Konfessionsgrenze in Mitteleuropa dar. Das erzkatholische Habsburgerreich und das Kernland der lutherischen Reformation trafen aneinander.
Jahrhundertelang sind über diese Grenze Glaubensflüchtlinge geflohen und haben auf der anderen Seite Asyl gefunden. 1938 und 1945 – 1947 sind erst Tschechen, dann Deutsche in großer Zahl aus dem Grenzgebiet vertrieben worden. Entvölkerung, Verfall und Devastierung von Ortschaften, Kriminalität waren jahrzehntelange Folgen. Zudem spielt aktuell die Romathematik eine Rolle.
Zugleich war diese Grenze eine der langfristig stabilsten Grenzen des Deutschen Reiches, die nur von 1938 – 1945 mit der Bildung des Reichsgaues Sudetenland durch die NS-Regierung verrückt worden war.
Seit Jahren haben sich Kirchengemeinden mehrerer Konfessionen und beiderseits der Grenze, dazu Einrichtungen wie das Gustav-Adolf-Werk in Sachsen, die Evangelische Akademie Meißen und grenznahe Kirchenbezirke unserer Landeskirche auf den Weg begeben zu gemeinsamen Projekten und Begegnungen: Tagungen, Gottesdiensten, Pilgerwegen, regionalen Kirchentagen u. a.
Entlang dieser Grenze begegnet man in geringen Abständen einer Perlenkette von historischen und aktuellen Zeugnissen von Toleranz und Intoleranz, die Bezüge zur Reformation besitzen. Diese sollen genutzt werden, um das Themenjahr „Reformation und Toleranz“ in dieser Region mit Leben zu füllen.
Sowohl die Sächsische Landeskirche mit den Kirchenbezirken auf beiden Grenzseiten sind um Mithilfe angefragt worden und sollen sich im Zeitraum Mai-September 2013 an Veranstaltungen, Gottesdiensten etc. beteiligen. Dafür soll ein Veranstaltungskalender erstellt werden.
Bei der Partnerkirche der Böhmischen Brüder ist das Projekt auf positive Resonanz gestoßen. Die Gemeinden in der Grenzregion wurden angeschrieben. Zudem wird ein tschechischer Text vorbereitet, der auf die Thematik verweist.

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