Donnerstag, 14. Februar 2013

Besuch an der ISEDET in Buenos Aires


René Krüger und Enno Haaks
"Eine gute und profunde Theologieausbildung ist für unsere Trägerkirchen enorm wichtig," sagt Professor René Krüger von der ISEDET (Instituto Superior Evangélico de Estudios Teológicos) im Gespräch mit dem Generalsekretär des GAW. "Das muss gestärkt werden! Wir beobachten leider, wie in ganz Lateinamerika die Theologischen Institute in einer Krise sind. Das hat verschiedene Gründe." Einer der Gründe ist z.B. die immer noch starke ökonomische Abhängigkeit aus dem Ausland. Die ISEDET erhält über ihre verschiedenen protestantischen Trägerkirchen aus den USA, Kanada, Holland, der Schweiz und Deutschland Unterstützung. 50-60% des Gesamthaushaltes macht das aus. Die übrigen Einnahmen deckt das Institut durch Studiengebühren, Mieteinnahmen und Akademiearbeit. Besonders setzt der ISEDET derzeit die hohe Inflationsrate in Argentinien zu, die dazu führt, dass das Geld der Zuschussgeber jedes Jahr weniger wert ist. Theoretisch müssten die Zuschussgeber mindestens 10% mehr zahlen jährlich, um den Inflationsverlust auszugleichen. "Das geht natürlich nicht," sagt Krüger, "denn auch die ausländischen Zuschußgeber haben es nicht leicht." Und er fährt fort: "Eigentlich müssten die protestantischen Kirchen, die eine differenzierte, gute und fundierte Theologie anbieten, sich in ganz Lateinamerika auf 2-3 Orte konzentrieren. Wir haben die Kapazitäten. Die kleinen Institute können nicht überleben. Jedoch müsste man überlegen, wie z.B. ein kolumbianischer Student den Aufenthalt in Buenos Aires finanziert bekommen kann."
Ein weitere Herausforderung ist für die ISEDET, dass es immer weniger Kandidaten für die Theologie gibt. Auch das Niveau hat abgenommen. Und ein letzter entscheidender Punkt ist, dass der ISEDET noch eine offizielle Anerkennung durch den argentinischen Staat fehlt. "Wir haben zwar eine vorläufige Anerkennung, aber wir brauchen die endgültige Bestätigung. Das ist wichtig gerade für Studierende, die sich für uns interessieren." Und dann erklärt er: "Leider streiten sich zwei Ministerien über die entsprechenden Schritte und einer Klarheit, wann und wie wir den entscheidenden Bestätigungsschein erhalten. Uund nüchtern stellt er fest: "Das ist Argentinien..."
Das GAW unterstützt die hervorragende Bibliothek der ISEDET jährlich mit 4.000 Euro. Zudem werden Stipendien der IERP-Studierenden mit finanziert.
Im kommenden Stipendienjahr 2013/14 wird eine Kandidatin der IERP in Leipzig für ein Jahr studieren.

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