Donnerstag, 14. Februar 2013

Das Evangelium mit den Armen teilen in Ezeiza

Adriana
Evelyn ist eine junge Freiwillige aus der kleinen Gemeinde El Sembrador in Ezeiza bei Buenos Aires, die jetzt über ein Austauschprogramm der Iglesia Evangélica del Rio de la Plata (IERP) in der Westfälischen Landeskirche ein soziales Jahr leistet. "Evelyn ist ein Beispiel, dass in der Sämangemeinde (El Sembrador) eine Saat aufgegangen ist," sagt der Diakoniechef der IERP, Nicolás Rosenthal. Schaut man sich das Gemeindezentrum an, die kleine dunkle Kapelle und vor allen Dingen die Umgebung, dann ist das nicht selbstverständlich. Das Zentrum El Sembrador liegt in einem Armenviertel. Die Situation der Familien ist dramatisch. "Hier gibt es kaum Ehepaare, die mit ihren Kindern zusammenleben. Oft erziehen die Mütter ihre Kinder alleine und müssen noch sehen, wie sie Geld verdienen," erzählt Adriana, die Leiterin der Zentrums. Sie ist Sozialarbeiterin und arbeitet seit November 2011 in El Sembrador. "Hier muss man beweglich mit den Leuten umgehen, sie mitnehmen, aber auch Grenzen ziehen, denn immer wieder kommen Sachen weg und werden Grenzen überschritten," sagt sie. Das Zentrum befindet sich in einer neuen Findungsphase. Ab März wird nach einer längeren Vakanzzeit wieder eine Pastorin das Team unterstützen, zu dem zwei Erzieherinnen für 30 Kinder gehören und zwei Mitarbeitende in einem Kleidermarkt. Eine deutsche Freiwillige ergänzt und bereichert das Team. Die Hoffnung ist, dass jetzt auch wieder geistliches Leben neu beginnen kann. "Das brauchen die Menschen hier so dringend, denn vom Wort Gottes soll auch Orientierung ausgehen und Werte vermittelt werden," sagte Adriana, die selbst einer Freikirche angehört. Um Werte und Halt geht es in El Sembrador besonders. Die Arbeitslosigkeit ist groß. Manche Haushalte müssen nur mit dem Kindergeld auskommen. Es bleibt zu hoffen, dass hier weiter gesät wird im Sinne des Gleichnisses vom Sämann. Die Menschen brauchen das. Und die IERP selbst hat den Anspruch, das Evangelium mit den Armen zu teilen. Und vielleicht schafft es ja mal wieder eine Jugendliche aus El Sembrador so wie Evelyn in ein Austauschprogramm zu kommen.

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