Samstag, 16. Februar 2013

Der Park der Erinnerung in Buenos Aires




Bedrückend ist es an der Mauer des Parkes der Erinnerung am Flussufer des Rio de la Plata vorbeizugehen und all die Namen derer zu lesen, die durch den organisierten Staatsterrorismus der argentinischen Militärdiktatur ums Leben kamen. Während der Diktatur von 1976-83 sind nach offiziellen Angaben mehr als 11 000 Regierungsgegner getötet worden oder spurlos verschwunden. Menschenrechtler gehen von mindestens 30 000 Opfern aus. Eines der Opfer ist die Tochter des deutschen Theologen Ernst Käsemann, Elisabeth Käsemann. Sie arbeitete als Sozialarbeiterin und setzte sich für politisch Verfolgte ein. Im Jahre 1977 wurde sie entführt, gefoltert und wenige Wochen später getötet. Ihr Name steht ebenfalls in der langen Reihe der namentlich Bekannten. Ihr Vater warf der deutschen Bundesregierung später immer wieder vor, sich nicht ausreichend für seine Tochter eingesetzt zu haben. Aus der IERP haben sich etliche Pastoren in dieser brisanten Zeit für Verfolgte eingesetzt. "Die Erfahrung mit der Flüchtlingsarbeit sowie das Verschwinden von Freunden, Bekannten und Gemeindemitgliedern veranlassen einzelne Pfarrer, in der Menschenrechtsarbeit aktiv zu werden," schreibt Claudia Häfner in ihrer Promotionsarbeit zur "Heimischwerdung am La Plata" (2008). Die Kirchenleitung hatte schließlich 1978 beschlossen, sich der "Ökumenischen Bewegung für Menschenrechte" (MEDH) offiziell anzuschließen. "Allerdings ist ihre Beteiligung in den eigenen Reihen höchst umstritten," schreibt Häfner. Offen erhob Kirchenpräsident Lienenkämper seine Stimme, insbesondere während der Fußballweltmeisterschaft übte er offen Kritik. Die Kirche insgesamt war jedoch zurückhaltend mit Kritik am politischen System.

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