Donnerstag, 28. Februar 2013

Die Mission der Lutheraner in Brasilien

Nestor Paulo Friedrich
"Wir waren von unserer Tradition her keine missionarische Kirche," sagt Kirchenpräsident Nestor Friedrich von der lutherischen Kirchen Brasiliens (IECLB), deren Anfänge zurückgehen auf die Einwanderung deutscher Siedler ab 1824 im Süden des Landes. 
In einem Gespräch mit dem Evangelischen Missionswerk (EMW) berichtet er von den bemühungen seiner Kirche seit über 10 Jahren, ein neues Selbstverständnis in dieser Hinsicht zu erreichen. Davon, dass bis 2017 der positiven Folgen der Reformation gedacht wird, erhofft er sich auch Anstöße für seine Kirche. Und die Chance, die dunklen Geschichten ans Licht zu holen. Dazu gehört das Thema Toleranz. Seine Kirche habe sich in dieser Hinsicht schuldig gemacht und habe auf Menschen anderer Herkunft herabgesehen. "Wir haben uns viel auf unser Deutsch-sein eingebildet", konstatiert Friedrich.
Auch deshalb seinen die vielen Projekte der Lutheraner mit Indigenen so wichtig: "Die Ureinwohner brauchen unsere Unterstützung im Kampf um ihre Lebensräume. Die Menschen, die in den Städten ihr Glück versuchen, können in neu gegründeten Gemeinden eine Heimat finden. Diejenigen, denen es gut geht, müssen an ihre Pflicht gegenüber den leidenden erinnert werden." Solche Programme und Projekte werden den Glaubensgeschwistern eine neue Toleranz abverlangen, meint er." Wie schwierig das sein kann, verdeutlicht er an einem Beispiel. "Einige unserer Mitglieder, oder besser deren Vorfahren, haben nach den damals geltenden Gesetzen Land gekauft, es urbar gemacht und von den Erträgen gelebt. heutzutage erwirtschaften viele dieser Kleinbauern gerade genug zum Leben. Im Kampf um ein besseres Leben - vielleicht sogar gegen Großgrundbesitzer - hilft die IECLB. Doch unsere Unterstützung gilt auch den Ureinwohnern, die ihr Land, von dem sie schon lange vor der Ankunft der Deutschen verdrängt worden waren, wieder haben wollen. Beide, Kleinbauern und Ureinwohner, haben ein recht auf ihre Forderungen. Hier ist die Kirche gefordert, friedliche Wege der Lösungsfindung aufzuzeigen, Kompromisse zu moderieren und die Parteien gegenüber staatlichen Stellen zu vertreten." Doch alle diese sozialen und politischen Themen dürfen nicht an die Stelle der Theologie treten, erklärt Friedrich.
Der gesamte Artikel von Freddy Dutz ist zu lesen in der neuen Ausgabe "Eine Welt, Heft Nr. 1 März-Juni 2013" (http://www.emw-d.de/_SIUS8DqdTKi5KnKaag/publikationen/publikationen/publikationen.einewelt/index.html)

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