Dienstag, 12. Februar 2013

Theologisches Seminar in Matanzas, Kuba

Wunderschön liegt das Theologische Seminar über der Bucht von Matanzas. „Hier kann man gut leben“, sagt ein Theologiestudent aus der brasilianischen lutherischen Kirche, der hier für ein Jahr studiert. Die Bibliothek ist gut. Die Professoren ebenso. Es gibt einen klaren Studienaufbau, der sich für Pastorenkandidaten über fünf Jahre streckt. In der zweiten Hälfte des Studiums müssen die Studierenden am Wochenende Gemeinden betreuen – meist solche Stellen, die vakant sind.
Das Seminar wurde in den 1940-er Jahren gegründet von der methodistischen, der episkopalen und der presbyterianischen Kirche. Leider hat sich vor fünf Jahren die methodistische Kirche verabschiedet. Auch die Finanzierung ist schwierig. Über 90 % der Mittel kommen aus dem Ausland. Neue Kandidaten fürs Pfarramt zu gewinnen ist ebenso eine große Herausforderung für alle Kirchen. So ist die Studierendenzahl nicht sehr hoch. Und die permanente Residenzpflicht der Studierenden der Theologie treibt die Kosten hoch. Des Weiteren denkt man nach über eine Veränderung des Studienprogramms, damit z.B. die Presbyterianische Kirche schneller Pastoren bekommt. Das ist ein drängendes Problem.
Inzwischen gibt es die verschiedensten Fernkurse und Studienprogramme für aktive Laien – eine Arbeit, die sehr wichtig ist.
Und dennoch finden sich hier in Matanzas dieselben Fragen wieder, die alle theologischen Ausbildungsstätten in Lateinamerika beschäftigen. Wie soll es weitergehen? Wer wird weiter Mittel zur Verfügung stellen? Gibt es genug Studierende?

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