Mittwoch, 20. Februar 2013

Waldenser am La Plata

Am 6. Februar 2013 wählte die 50. Vollversammlung der Synode der Waldenserkirche am La Plata mit Oscar Oudrí zum ersten Mal einen Laienvertreter zum Moderator der Kirche. Mit Pastorin Carola Tron wurde erstmalig auch eine Vize-Moderatorin gewählt. Oscar Oudrì ist vom Beruf ein Sozialpsychologe und hat in unterschiedlichen Einrichtungen der Waldenserkirche in Uruguay gearbeitet, darunter im Kinderheim Hogar Nimmo und im Sozialzentrum in Rosario. Von 2004-2012 leitete er das Centro Emanuel, ein ökumenisches Begegnungszentrum mit ökologischem Landbau. In seiner Antrittsrede nannte Oudrí die Notwendigkeit, sich den schwierigen Aufgaben zu stellen, vor denen die Waldenserkirche am La Plata steht. Dazu gehört nicht zuletzt die finanzielle Situation.
Pastorin Carola Tron, Vize-Moderatorin
"Wir müssen insbesondere in der Verwaltung und im operativen Bereich besser und schneller werden," berichtet in einem Gespräch mit dem Generalsekretär des GAW die neugewählte Vize-Moderatoron, Pastorin Carola Tron. Sie sitzt auch im Vorstand der Weltgemeinschaft Reformierten Kirchen. "Vielleicht hat man deshalb auch zum ersten Mal einen Laien gewählt, der jahrelange Erfahrungen in der Leitung diakonischer Einrichtungen der Waldenserkirche am La Plata hat," fährt sie fort. "Ein wichtiges Thema ist für uns dabei die Klärung des Rechtsstatus der Gemeinden in Argentinien. In Uruguay ist das nicht so schwierig, jedoch Argentinien ist kompliziert in diesen Fragen," berichtet sie. Eine weitere Herausforderung ist die Konsolidierung des Haushalts der Waldenserkirche. "Neben 15 aktiven Pastoren und zwei ausgebildeten Laien, die pastorale Aufgaben übernehmen, gibt es 12 pensionierte PfarrerInnen, für die die Kirche Pensionszahlungen leisten muss. "Das bedeutet, dass 1/3 des Haushaltes der Kirche gebunden ist," erzählt Carola. Das GAW hilft seit einigen Jahren, die Kirche hier mit zu konsolidieren. "Das braucht Zeit," ergänzt sie. "Ohne das GAW wäre das schwierig." Weitere Herausforderungen der Kirche sind die zahlreichen diakonischen Projekte, die zu einem Markenzeichen der Waldenser am La Plata zählen. "Allerdings würden wir ohne die Waldenserkirche in Italien, mit der wir eine Kirche sind, diese Aufgaben nicht leisten können," gesteht sie. "Was uns als Kirche dann beschäftigt ist die Frage, wie wir in den Städten präsenter und sichtbarer werden können, denn viele Gemeinden auf dem Land schrumpfen." Nach wie vor gibt es von den Mitgliedern eine hohe Akzeptanz und Identifikation mit ihrer Kirche. "In meiner Gemeinde finanzieren wir uns oft durch asados," berichtet Carola. "Vor Kurzem wurden mir dafür 5 Rinder geschenkt."
 

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