Dienstag, 7. Mai 2013

Theologieausbildung in Lateinamerika

Podium zur Theologenausbildung beim DEKT in Hamburg
"Wir brauchen mehr Pastoren und Pastorinnen," sagt Martin Volkmann, Generalsekretär der OGA in Brasilien (Obra Gustavo Adolfo). Er war lange Jahre für die Studienbegleitung an der Theologischen Hochschule in Sao Leopoldo/Brasilien zuständig. "Gerade im Norden brauchen wir sie dringend," ergänzt er und berichtet von dem Nord-Süd-Gefälle in Brasilien. Das Leben im Norden ist hart. Prof. René Krüger von der IEDET in Buenos Aires/Argentinien ergänzt: "Wir haben zu wenig Studierende. Zudem haben wir das Problem, dass in den kommenden Jahren etliche Pastoren in den Ruhestand gehen werden. Dafür bräuchten wir wesentlich mehr Studierende." Und dann beschreibt er die Situation der Theologieausbildung: Es ist teuer, wenn man ein qualifiziertes Studium in einer Kirche anbieten will. Vorteilhaft in Argentinien ist, dass mehrere Kirchen die ISEDET Tragen. Dennoch ist das Institut auf ausländische Hife angewiesen." Martin Volkmann ergänzt: "Bei uns müssen die Studierenden einen teil der Ausbildung mitfinanzieren. das fällt vielen schwer, da sie aus armen Verhältnissen kommen. Wenn sie dann ins Pfarramt gehen, sind sie verschuldet." Die GAW-Stipendiatin aus Kolumbien Lizbeth Chaparro ergänzt: "In einer kleinen Kirche wie der kolumbianischen lutherischen Kirche gibt es inzwischen eine virtuelle Ausbildung. Man trifft sich ein bis zwei Mal im Semester. Aber fest an einem Ort studieren ist zu kostspielig." 
Der Präsident des GAW DR. Hüffmeier moderierte eine Veranstaltung auf dem Kirchentag zur Theologenausbildung. Er ist ein Kenner der Szene und weiß um die Probleme und teilt die Sorgen. "Wir müssen als Partner alles tun, um eine qualifizierte Ausbildung sicherstellen zu können," sagt er. "Das geht nur in Verbindung mit Partnerkirchen und Missionswerken, die die theologischen Ausbildungsstätten unterstützen." Mit Sorge beobachtet das GAW, dass sich Unterstützer langsam zurückziehen. Die Veranstaltung auf dem Kirchentag war der Versuch, auf die Herausforderungen hinzuweisen und mit den verschiedenen Partnern ins Gespräch zu kommen.

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