Donnerstag, 11. Juli 2013

Ruf zu Gerechtigkeit und Frieden - Vollversammlung des ÖRK


„Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden“ – das ist das Motto der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die vom 30. Oktober bis 8. November dieses Jahres in Busan (Republik Korea) stattfinden wird. Zahlreiche Vertreter der Partnerkirchen des GAW werden dabei sein. Im Vorfelde sind Kirchen und Gemeinden weltweit aufgerufen, sich in ihrem Umfeld für mehr Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen. Mit dieser Problematik sind viele der GAW-Partnerkirchen konfrontiert. In Lateinamerika kann jede unserer Partnerkirchen Beispiele nennen, wo sie konkret etwas tun. Die lutherische Kirche Kolumbiens setzt sich für ein Ende des über 40jährigen Bürgerkrieges ein, hofft und betet, dass die Friedensgespräche zwischen den verfeindeten Parteien gelingen mögen. In Brasilien setzt sich der lutherische Indianermissionsrat COMIN für die Rechte indigener Völker ein. Ein konkretes Beispiel ist das große Staudammprojekt in Matto Grosso. 10% des Energiebedarfs des Landes soll der Staudamm decken – das ganze geschieht auf Kosten viele indigener Stämme, die ihre Lebensgrundlagen verlieren. In Argentinien und Paraguay weist die IERP (Iglesia Ev. Del Rio de la Plata) immer wieder auf die Problematik der insustriellen Landwirtschaft hin. Insbesondere die Sojaproduktion sorgt für Konflikte. Der Boden der indigenen Bevölkerung und die Flächen für traditionellen Ackerbau riesigen Soja-Monokulturen für Biosprit zum Opfer. Dabei gibt es immer wieder auch Konflikte mit den eigenen Kirchenmitgliedern. Denn auch Sojabauern gehören dazu und verdienen gut an der Soja. In Peru werden ganze Berge abgetragen und mit Quecksilber durchsetzt, um einige Krümel Gold zu gewinnen. In Chile gibt es Auseinandersetzung mit der Holzindustrie um die Bodenrechte, die z.B. vom Volk der Mapuche eingefordert werden. Auch deutschstämmige Landbesitzer im Süden des Landes sind in diesen Konflikt hineingezogen. Der Ruf zu mehr Gerechtigkeit und Frieden ist immens mit wirtschaftlichen und politischen Interessen verbunden. Genug Stoff zur Vorbereitung für die Vollversammlung!

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