Freitag, 27. September 2013

Emma hat sich hübsch gemacht



„Emma hat sich heute besonders hübsch gemacht,“ erzählt Astrid Liepiené, Leiterin der Diakoniestation in Silute, ehemals Heidekrug. An diesem Tag wurden Fotos der Schulklassen gemacht. Dafür wollte Emma schön aussehen, denn das Foto soll eine Erinnerung für später sein. Emma ist 9 Jahre alt. „Aber sie muss schon groß und vernünftig sein. Das wird von ihr erwartet,“ sagt Astrid. „Neulich ist sie vor der Diakoniestation von ihrer jungen Mutter fürchterlich angeschrien worden, denn sie hatte ihren Bruder vergessen von der Schule abzuholen.“ Die Mutter ist noch jung und hat drei Kinder. Emma ist die Älteste. Dann kommt Justas mit 6 Jahren. Alle Kinder sind von verschiedenen Männern.  Der Vater von Justas ist tot – ertrunken im Alkoholrausch. Die Mutter bekommt  umgerechnet 50 Euro Unterstützung vom Staat. „Wie soll man davon die Kinder ernähren?“ fragt Astrid. Justas und Emma haben wenigstens in der Diakoniestation einen Ort, wo sie Kinder sein können, wo auf sie geachtet wird, wo sie gefördert werden. Dafür steht Astrid und ihr Team aus Köchin und Sozialarbeiterin. Vor zwei Jahren hat das GAW das Projekt gefördert , dass 25 Kinder ein Mittagessen und an fünf Tagen der Woche Betreuung erfahren. Dafür konnte eine Sozialarbeiterin angestellt werden. Nach dem Auslaufen des Projektes arbeitet sie trotzdem an zwei Tagen ehrenamtlich mit, weil sie sich von der Not anrühren ließ. „Wir müssen hier dringend helfen,“ sagt Pastor Mindaugas Kairys. „Die Kinder brauchen eine verläßliche Begleitung, denn alle kommen aus sozial schwachen Familien.“ Justas und Anna stehen dafür.
Silute selbst ist mit seinem Stadtzentrum ein schöner Ort. Ca 15.000 Einwohner leben hier. Vor 10 Jahren waren es noch 23.000. Viele sind nach Irland, Großbritannien oder Norwegen gegangen. Meist arbeiten sie in einfachen Beschäftigungen. Zurück bleiben Alte und Kinder.
Die lutherische Kirchengemeinde hat ca. 600 Gemeindemitglieder und eine schöne große Kirche. Im Altarbild ist auch der Namensgeber des GAW und der erste Präsident verewigt als Anbetende des HERRN der Kirche. Viel hat das GAW im Laufe seiner Geschichte hier geholfen. Die Frauenarbeit des GAW will es im kommenden Jahr tun, um die diakonische Arbeit vor Ort zu stärken. Das ist wirklich „not“-wenig! – Enno Haaks

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