Samstag, 28. September 2013

Gustav II. Adolf und Superintendent Großmann in Litauen



Erna Dreyszas (r.)
Kirche in Silute

Erna Dreyszas ist in der Nähe von Heydekrug/Silute geboren. Sie ist Missionarin und lebt eigentlich in Schleswig-Holstein. „Ich bin ein Flüchtlingskind, aber ich komme von hier. Hier gehöre ich hin,“ sagt sie, als sie uns durch die wunderschöne lutherische Kirche im Ort führt. „Das ist die schönste Gegend der Welt!“ bekräftigt sie. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kirchenführungen anzubieten. „In diesem Jahr habe ich 2.200 Menschen die Kirche gezeigt,“ sagt sie. Sie sieht das auch als missionarische Herausforderung an. Im kommenden Jahr will sie ganz nach Silute ziehen und ihre Wohnung in Schleswig-Holstein aufgeben. Es ist beeindruckend wie sie uns durch die Kirche führt, an der Stillung des Sturms und dem „sinkenden Petrus“ vorbei. Ihr Lieblingsbild ist aber die reich ausgemalte Altarwand, deren Motiv der Auszug „Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen“ aus dem Glaubensbekenntnis ist. Zur Einweihung der Kirche wurde dieses Bild 1926 erstellt.  Neben biblischen Personen sind in ökumenischer Verbundenheit Menschen aus der Kirchengeschichte dargestellt – und in ziemlicher Nähe zueinander Gustav II. Adolf von Schweden und Superintendent Großmann, „Mitbegründer des GAW, welches die Evangelische Diaspora mit treuen Segenshänden pflegt,“ so heißt es in dem Faltblatt der Kirche. „Ich weiß leider nicht so viel über ihn,“ sagt Erna Dreyszas. Dem helfen wir ab. Sie bekommt vom GAW die Biografie über Großmann, der im 19. Jahrhundert mit der Begründung des GAW  1832 großes geleistet hat. Auch erzbischof Nathan Söderblom aus Uppsala ist abgebildet. Er war in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Mitglied im Zentralvorstand des GAW. - Die lutherische Gemeinde in Silute hat selbst ca. 600 Gemeindemitgliedern. „200 zahlen davon Gemeindebeiträge,“ berichtet Erna. „Große Beiträge können die meisten nicht aufbringen. Die Menschen verdienen nicht viel. Der Mindestbeitrag liegt bei 5 Euro im Jahr liegen,“  sagt sie. Der Pfarrer der Gemeinde bekommt neben dem Pfarrhaus , in dem er mietfrei mit seiner Familie wohnt, ca. 250 Euro monatlich an Gehalt. Dazu kommt noch etwas Geld für den Unterricht an der Theologischen Fakultät in Klaipeda und ein Honorar für evangelischen Religionsunterricht. Hier gibt es eine Vereinbarung, die die evangelische Kirche mit der katholischen gleich stellt. – Enno Haaks

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