Freitag, 13. September 2013

Letzte Station der Projektreise: Von Lasowice nach Wolczyn


Toleranzhaus in Lasowice
Schimmelbefall an der Wand
In Lasowice besichtigte die Delegation der GAW-Frauenarbeit das Toleranzhaus Lasowice. Es ist als Mehrgenerationenhaus angelegt und soll dazu beitragen, dass sich die verschiedenen Generationen in Toleranz begegnen können. Seit mehr als 10 Jahren in Nutzung ist es jetzt, auch durch starke Wasserschäden, stark renovierungsbedürftig. Pfarrer Ryszard Pieron berichtete von den Aktivitäten in dem Haus, das für die jungen Leute in der Umgebung ein wichtiger Treffpunkt ist.
Lasowice hat 7.600 Einwohner, von denen 2.000- 3.000 Menschen im Ausland leben. Die Arbeitslosigkeit beträgt 60 % . Vor dem 2. Weltkrieg war die Gegend zu 95 % evangelisch. Pfarrer Pieron stellte die Problematik der Arbeitsmigration in seiner Gemeinde dar und eine Frau aus der Gemeinde erzählte über ihre Situation. Sie arbeitet seit 16 Jahren als Pflegekraft in Deutschland, 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Ihre Tochter, die auch gekommen ist, war zum Zeitpunkt der ersten Arbeitsaufnahme 15 Jahre alt. Diese Pflegeeinsätze finden immer im Wechsel mit einer anderen Pflegekraft für je drei Monate statt.
In Wolczyn lenrte die Gruppe durch Pfarrer Bartosz Cieslar die schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in einer Landgemeinde kennen.
Pfarrer Bartosz Cieslar mit Frau und Tochter
Wanda Falk und Vera Gast-Kellert
Schon vor 20 Jahren sind von 600 Gemeindegliedern die Hälfte ausgewandert. Heute suchen 50 Personen von den verbliebenen 230 Arbeit im Ausland. Er sieht Schwierigkeiten für die Familie, aber auch für die Gemeinde durch die Abwanderung. Ein starker Einschnitt ist auch die Saisonarbeit. Von April bis September erlahmt die gesamte Gemeindearbeit. Von 35 Kindern der Gemeinde zählt er 9 zu den Euro-Waisen. Doch sein zuversichtliches Motto ist: "Nicht alles hängt von der Größe der Gemeinde ab, manchmal ist es wichtig, dass man einfach zusammen ist. und bleibt."
In den Gemeinderäumen sind auch Gästezimmer, alles renoviert und in gutem Zustand, für Rüstzeiten oder Individualreisende zu mieten. Es gibt auch 30 Fahrräder zum Ausleihen.
Am Abend bedankte die Gruppe sich bei der Generaldirektorin der Polnischen Diakonie Wanda Falk, die die Projektreise vor Ort so gut vorbereitet hatte, für eine sehr interessante Reise im evangelischen Polen. - Gabriele De Bona M.A. (Frauenarbeit GAW)