Mittwoch, 25. September 2013

Sandora - Diakonie in Kretinga / Litauen

Ruta und Arunas
Sandora in Kretinga
"In Kretinga lebten vor einigen Jahren noch 25.000 Menschen," erzählt Ruta Sulskiené. Sieist Kunstlehrerin und leitet ehrenamtlich die Kinder- und Jugendarbeit der lutherischen Kirche in Litauen. Inzwischen sind es wohl nur noch ca. 20.000. Gründe sind z.B. die Arbeitsmigration. Ruta investiert viel Zeit für ihr Ehrenamt. In den Sommermonaten gehören die verschiedenen Sommercamps dazu. Ihr Mann Arunas Sulskis ist Sozialarbeiter bei der Stadt und ist verantwortlich für die Arbeit mit Behinderten. Nebenbei arbeitet auch er für die lutherische Kirche. Er ist Leiter von "Sandora" in Kretinga. "Sandora" bedeutet "Der Bund" und steht in Litauen für die Diakonie der Kirche. Verantwortlich dafür ist Pastor Mindaugas Kairys, ehemaliger Stipendiat des GAW. In Kretinga wird von der Diakonie ein Sozialzentrum errichtet. Dafür hat das GAW im Jahr 2011 gesammelt. Mit dieser und anderen Mitteln konnte damit ein altes und völlig heruntergekommenes Haus gekauft werden. Schritt für Schritt wurde und wird es wieder hergerichtet. Von außen sieht es noch schlimm aus. Innendrin ist es jedoch schon gut hergerichtet, so dass die Diakonie endlich eigene Räume im Ort hat. Im Gemeindehaus war nicht genügend Platz. Nun kann wieder das gemacht werden, wofür die Diakonie steht: häusliche Pflege, Treffpunkt für Senioren, Hilfe für Arme und Bedürftige, Arbeit für Kinder und Jugendliche.
Ziel ist es, dass das Zentrum sich erweitern kann für verschiedenste Aktivitäten der Diakonie, Gästezimmer anbieten kann und auch als Jugenddtreff dienen kann.
Gerade Jugendliche brauchen dringend Aufmerksamkeit - nicht nur von der Kirchengemeinde, die das alleine nicht leisten kann, denn zur Gemeinde gehören nur ca. 400 Mitglieder. Aber exemplarisch will die Kirche ein in der Gesellschaft dringend zu beachtendes Thema ins Bewußtsein heben: verlassene Kinder und Jugendliche - sog. "Eurowaisen". Dabei geht es um Kinder und Jugendliche, deren Eltern ins Ausland gegangen sind nach Irland, Großbritanien, Schweden oder Deutschland, um dort Geld zu verdienen. Einige senden Geld nach Hause zu ihrer Familie, damit es den Kindern ökonomisch besser geht. "Es kommt vor, dass einige im Vergleich zu anderen tolle Klamotten anhaben und manchmal damit angeben, aber in Wahrheit sind sie vereinsamt, weil die Eltern nicht da sind," sagt Pastor Mindaugas Kairys. "Die Großeltern oder Verwandten sind oft mit diesen Kindern überfordert. Und auch der Staat will das Problem, das uns da heranwächst, nicht thematisieren, denn auch die Arbeitslosigkeit ist gesunken durch die Migration und Geld fließt aus dem Ausland zurück. In Kirche versuchen wir an kleinen Punkten anzusetzen, Bewußtsein zu entwickeln, wie mit Suppenküchen für Kinder verbunden mit Hausaufgabenhilfe oder wir versuchen im Konfirmandenunterricht darauf zu achten." Die Kirche und ihre Diakonie will bei dieser vielschichtigen Problematik an der Seite der Menschen stehen und sich mit anderen gesellschaftlichen Kräften zusammentun. - Enno Haaks


Keine Kommentare: