Mittwoch, 4. Dezember 2013

Welche Zukunft haben Christen in Syrien?

Syrisch-evangelische Kirche in Hasake/Syrien
Im Jahre 2012 sollen 1,53 Millionen Christen verschiedenen Denominationen in Syrien noch gelebt haben. Die größte Konfession ist die Griechisch-Orthodoxe Kirche mit ca. 550.000 Mitgliedern, gefolgt von der Armenisch-Orthodoxen Kirche mit 340.000 Mitgliedern. 180.000 Katholiken gab es 2012, während es Protestanten lediglich 40.000 gab. Jetzt sollen bis zu 450.000 Christen bereits das Land verlassen haben. Das wäre beinahe ein Viertel der christlichen Gesamtbevölkerung Syriens. 
Kleinere Städte in der Region um Homs wie Saddad, Haffar oder Deir Atieh wurden zur Zufluchtsstätte Tausender christlicher Familien aus verschiedenen Teilen des Landes. Auch der Wadi al-Nasara, das "Tal der Christen" westlich von Homs wurde zum Zufluchtsort. Die Menschen, die hierher kommen, haben oft ihre gesamte Existenz, ihre Häuser und meist auch Familienangehörige, Freunde und Nachbarn verloren. Rosangela Jarjour, die aus Homs stammende Generalsekretärin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Nahen Osten berichtete bereits im Herbst 2012: „Die Zukunft der Christen im Nahen Osten ist massiv gefährdet. Alles was bisher zumindest säkular war, wird nun islamisiert.“ Auch Rosangela Jarjours Familie musste aus Homs fliehen. „Christen haben ihre Häuser, Geschäfte und Kirchen verloren. Es wurde geplündert und gebrandschatzt“, erzählt Jarjour.
Es ist nicht klar, welche Zukunft Christen in Syrien haben werden. Kommen sie bei der unübersichtlichen Lage, bei den Kämpfen zwischen regierungstreuen Truppen und den radikalen islamistischen Kampftruppen unter die Räder? Selbst fühlen sie sich seit der Zeit des Apostel Paulus zu diesem Land gehörig. 
Das GAW versucht, die Christen zu stärken, auf ihr Schicksal hinzuweisen. Das geschieht nicht einseitig, sondern bewusst für alle - aber durch unsere protestantischen Partner vermittelt.


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