Donnerstag, 16. Januar 2014

Der siebenbürgische Bischof Guib äußert sich kritisch zur Migrationsdebatte in Deutschland

Bischof Reinhard Guib
In der Debatte um Zuwanderung von rumänischen und bulgarischen Migranten nach Deutschland hat sich Bischof Guib von der Evangelischen Kirche A.B. kritisch geäußert. Er mahnt zu mehr Fairness und fordert eine Versachlichung der Debatte. Die polemischen Äußerungen "Wer betrügt, der fliegt!" sei kränkend und verletzend. Sozialsysteme müssen auf Fairness basiert sein. Ein betrügerischer Missbrauch sei unfair. Es darf aber nicht dazu führen, alle Bulgaren und Rumänen unter Generalverdacht zu stellen, als seien sie eine Bedrohung. Das ist kränkend und verletzt die Würde dieser Menschen. "Es ist mit Sicherheit auch nicht im Sinne der deutschen Bürger und schon gar nicht im Geiste eines gemeinsamen Europa», sagte Guib in einem epd-Interview.
Gegenstand des Gespräches war die anlässlich des Jahreswechsels vor allem in Deutschland und Großbritannien entbrannte Debatte über Migration und Missbrauch von Sozialleistungen. Das Gespräch führte Stephan Cezanne (epd) am 9. Jänner. Hier ist das Interview im Wortlaut zu lesen.
Die Kirche von Bischof Guib ist ebenso von der Thematik betroffen. Seit 1990 wanderten zwei Drittel der evangelischen Gemeindeglieder nach Deutschland aus. Eigenen Angaben zufolge zählt die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien rund 13.000 Mitglieder. Die Siebenbürger Sachsen sind die deutschsprachige Minderheit aus Siebenbürgen im heutigen Rumänien. In Deutschland leben rund 250.000 Mitglieder dieser Gemeinschaft, weitere in Österreich, den USA und Kanada.

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