Mittwoch, 22. Januar 2014

Dramatische Situation un der Ukraine - Bericht von Pfarrer Haska

Foto vom Maidan von R. Haska aufgenommen
Pfarrer Ralf Haska berichtet auf www.chrismon.de über die Verschärfung der Proteste in Kiew und von den Hilfen, die seine lutherische Gemeinde versucht zu geben. Das ist geboten, denn die Gemeinde befindet sich allein räumlich mittendrin in den Protesten. Haska schreibt: "In der Ukraine wurden am 16. Januar neue Gesetze durch das Parlament gepeitscht, mit denen die Demokratie ernsthaft gefährdet wird. Die Ukraine droht wie Belarus zu einer Diktatur zu werden. Daher ist mit weiter anhaltenden Protesten zu rechnen - und parallel ist ein gewaltsames Einschreiten seitens der Polizei jederzeit möglich und heute auch bereits passiert. Was treibt die Menschen in der Kälte auf die Straße? Am Anfang der Proteste war es der Wunsch, doch zur EU gehören zu wollen. Man war empört über den Richtungswechsel der Regierenden. Doch nach dem ersten Gewalteinsatz der Regierung gegen die friedlich demonstrierenden jungen Leute, bei dem es viele, viele Verletzte gab, war ein Proteststurm losgegangen. Seitdem geht es nicht mehr nur um eine nicht geleistete Unterschrift. Jetzt geht es um die Forderung nach Ablösung der Regierung und des Präsidenten, die jedes Vertrauen verloren haben. Nun wird protestiert gegen Korruption und für ein Leben in einem Rechtsstaat, in dem das Recht für alle gilt - und nicht nur für den, der das meiste Geld hat. Es geht darum, der Selbstbedienungsmentalität der politischen Riege einen Riegel vorzuschieben. Und um den Aufbau einer gerechten, demokratischen Gesellschaft, in der jeder die gleichen Chancen hat. Deshalb werden die Leute weiterhin auf dem Maidan stehen. Umso wichtiger ist nun die Unterstützung der friedlichen Demonstranten auf dem Maidan. Die Kirche St. Katherina hat dazu ihre Türen geöffnet und beteiligt sich ausserdem im Gebetszelt direkt auf dem Maidan an der Verteilung von Tee, Kaffee, Essen und Medikamenten an Demonstranten und Polizisten."
Das GAW hat der Gemeinde mit zwei Kollekten unterstützt: einmal durch die Frauenarbeit des GAW und einmal durch eine Sonderkollekte auf der Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen des GAW. Diese Gelder sollen der Gemeinde helfen, den Demonstranten praktisch zur Seite zu stehen.

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