Freitag, 3. Januar 2014

Tun wir zu wenig für verfolgte Christen?

Auf der chrismon.de wird dieser Frage nachgegangen:

"Überall auf der Welt werden Christen bedrängt und bedroht. Da kann man doch nicht länger zusehen, besonders in Syrien nicht! Was unternimmt die Evangelische Kirche in Deutschland dagegen? Fragen an den zuständigen Referenten Thorsten Leißer
chrismon: Herr Leißer, Sie bekommen viel Post mit dem Vorwurf, die EKD tue nichts für verfolgte Christen. Zu Recht?
Thorsten Leißer: Menschen fühlen sich aufgerüttelt, wenn von verfolgten Christen die Rede ist. Da Christen über Länder­grenzen hinweg füreinander sorgen sollten, fragen sich diese Menschen: Was tut die EKD? Im Idealfall ist das eine Anfrage. Oft wird aber leider pauschal unterstellt, wir würden die Augen verschließen.
Tut die EKD denn etwas?
Zerstörtes Kirchengebäude in Homs
Ja. Wir arbeiten mit Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch zusammen und stehen in ständigem Kontakt mit Partnern vor Ort. Informiert zu sein ist enorm wichtig, denn das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Nicht jede Empörung bei uns ist für die Betroffenen hilfreich.
Welche Partner haben Sie in anderen Ländern?
Wir haben Partnerschaften zu Ortskirchen, die Kontakte der ­Missionswerke, alles historisch gewachsene Beziehungen. Wir haben ein sehr waches Ohr.
Was sollten Sie nach Meinung der Briefeschreiber unternehmen?
Leider schreiben sie das nicht. Ich bin offen für Ideen. Ich vermute aber, dass manche die politische Wirkung der EKD überschätzen. Manchmal steckt Ratlosigkeit dahinter oder der Wunsch nach einer schnellen kirchlichen Eingreiftruppe, die die Menschen zu Frieden und Ordnung ruft.
Organisationen wie Open Doors sammeln Geld und veröffentlichen, wie viele Christen verfolgt werden. Warum nennen Sie keine Zahlen?
Weil niemand behaupten kann, er wisse, wie viele Menschen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Dazu müsste zunächst genau definiert werden, was man unter Verfolgung versteht. Die EKD orientiert sich am Verfolgungsbegriff der Genfer Flüchtlingskonvention: Jemand wird verfolgt, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht und er aufgrund einer bestimmten Zugehörigkeit, zum Beispiel zu einer Nation oder zu einer sozialen Gruppe, nicht auf den Schutz des Staates zählen kann. Andere Organi­sationen oder Akteure haben einen sehr viel offeneren Verfolgungsbegriff. Sie zählen alles dazu, was Christen als Benachteiligung und Diskriminierung erleben.
Was spricht dagegen?
Es bleibt unklar, was genau das heißen soll: aufgrund des christlichen Glaubens. Viele Konflikte haben nur sehr mittelbar mit dem Glauben zu tun." Lesen Sie hier weiter!

Das GAW hat gemeinsam mit dem Ev. Missionswerk, der Badischen und der Rheinischen Landeskirche im vergangenen Jahr in Syrien Nothilfe geleistet. Ansprechpartner für uns ist vor Ort die Generalsekretärin Roselange Jarjour von der Vereinigung der Protestanten im Nahen Osten (FMEEC).
Im Monat Dezember 2013 haben wir ein Hilfsprojekt für Syrien besonders vorgestellt: www. gustav-adolf-werk.de

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