Freitag, 14. Februar 2014

Ist ein Verbot religiöser Symbole wirklich eine Befreiung?



Französische Medien berichten, dass seit dem 11. Februar den Mitarbeitern des französischen Recycling-Unternehmens Paprec das Tragen von religiösen Symbolen bei der Arbeit untersagt sei. Mit der „Charta der Laizität und Vielfalt“, die alle Mitarbeiter unterschreiben müssen, sollen laut dem Chef der Firma, Jean
Eine mit GAW-Hilfe neu gebaute protestantische Kirche
in Ermont bei Paris

-Luc Petithuguenin, der Zusammenhalt im Betrieb und der respektvolle Umgang miteinander gestärkt werden. Zum ersten Mal nimmt damit ein privates Unternehmen in seiner Arbeitsordnung das staatliche Laizitäts-Prinzip auf. Im Unterschied zu öffentlichen Einrichtungen wie Schulen ist die Laizität in privaten Unternehmen bisher in der Regel nicht strikt durchgesetzt gewesen.
Elisabeth Parmentier, Professorin für Praktische Theologie in Straßburg, erläutert die Hintergründe des Verbots von religiösen Symbolen bei Paprec: „Der Leiter dieser Firma, Jean-Luc Petithuguenin, ist ein bekennender Atheist. In der kurzen Charta werden die "Neutralität" aller religiösen Überzeugungen gegenüber, die Gleichheit von Männern und Frauen, die Werte der Republik, sowie die Befreiung von jeglichem Druck einer Gemeinschaft betont.
Was mir dabei auffällt, ist die hintergründige Überzeugung: Die Menschen entscheiden sich nicht frei, sondern werden von ihren Religionsgemeinschaften unter Druck gesetzt. Somit wird das Verbot, während der Arbeit religiöse Zeichen zu tragen oder Gebete zu halten, als eine Befreiung für diese Menschen angesehen. Das ist eine typische Auffassung der radikalen Laizisten in Frankreich.
Ich befürchte, dass demnächst in Frankreich die Fronten wieder aggressiver werden ...“
 

Bei einer Anhörung des US-Kongresses in dieser Woche hat der Ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Francis Chullikatt eine wachsende Verfolgung religiöser Gemeinschaften weltweit beklagt. Nicht nur in Diktaturen sondern auch in Demokratien werde die Religionsfreiheit zunehmend beschnitten. Als Beispiel nannte er das Verbot des Tragens religiöser Symbole in der Öffentlichkeit.

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