Freitag, 21. Februar 2014

Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht - Zur Situation Bedrängter und Verfolgter Christen

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ruft seit 2010 am Sonntag Reminiscere zu einem Gedenktag auf. Hintergrund dieser Entscheidung war das wachsende Bewusstsein innerhalb der Gliedkirchen der EKD, dass es vermehrt Regionen gibt,“ in denen Menschen Leib und Leben riskieren, wenn sie sich zum christlichen Glauben bekennen.“ (Bischof Huber, EKD-Synode 2008) Wichtig ist die Einbettung des Engagements für christliche Glaubensgenossen in den grundsätzlichen Einsatz für die Geltung der Menschenrechte weltweit.
Dieser Herausforderung hat sich auch das GAW angenommen seit dem Projektkatalog 2010, in dem jährlich 15.000 Euro für ein Projekt zur Verfügung gestellt werden soll. Für unser evangelisches, konfessionell gebundenes Werk ist das ein selbstverständlicher Ausdruck der Solidarität. Dabei sollen zunächst evangelische Kirchen, die über die FMEEC (Fellowship of Middle East Evangelical Churches), einer der GEKE vergleichbaren Organisation im Nahen Osten, unterstützt werden. Ein wichtiges Kriterium dabei ist, diese Kirchen in ihrem sozial-diakonischen Engagement zu helfen, um der Leitlinie der EKD gerecht zu werden.
2013 kam mit dem "Ökumenische Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit " zum ersten Mal eine Studie von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz heraus, um ein differenziertes Bild der Situation zu beschreiben. Bestätigt wird, dass weltweit immer mehr Menschen bei der Ausübung ihres Glaubens bedrängt werden. "Christen sind besonders dort gefährdet, wo sie gesellschaftlich in einer Minderheitenposition sind und in einem autoritär regierten Staat leben," sagt ein Verfasser der Studie. Mit Vorsicht werden Berichte eingestuft, die von einem sog. "Weltverfolgungsindex" ausgehen. Nicht in jedem Fall aber haben Verfolgung und Diskriminierung rein religiöse Motive.„Niemand kann behaupten, er wisse, wie viele Menschen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Dazu müsste zunächst genau definiert werden, was man unter Verfolgung versteht. Die EKD orientiert sich am Verfolgungsbegriff der Genfer Flüchtlingskonvention: jemand wird verfolgt, wenn Gefahr an Leib und Leben besteht und er aufgrund einer bestimmten Zugehörigkeit, zum Beispiel zu einer Nation oder zu einer sozialen Gruppe, nicht auf den Schutz des Staates zählen kann,“ sagt OKR Leißer, Beauftragter für Menschenrechte und Migration bei der EKD. „Viele Konflikte haben nur sehr mittelbar mit dem Glauben zu tun.“
Dem GAW ist die protestantische Solidarität ein Herzensanliegen – gerade auch bezogen auf evangelische Christen, die bedrängt und verfolgt sind. Kirche braucht das wache Auge füreinander. Wenn evangelische Gemeinden in Not sind, sind wir zur Solidarität aufgerufen. Wenn Gemeinden Hilfe brauchen, ist es richtig, wenn auch aus dem GAW Unterstützung kommt. Schon zu Beginn der Kirche haben die reicheren griechischen Gemeinden die notleidende Gemeinde in Jerusalem unterstützt. Solidarität unter den evangelischen Kirchen ist keine Vetternwirtschaft. Sie gehört zum Markenkern des Christentums. Dabei leisten alle unsere Partner einen Dienst an und in ihren Gesellschaften. Die Hilfe, die unsere Schwestern und Brüder erhalten kommt, allen Bevölkerungs- und Glaubensgruppen zugute – trotz der eigenen schwierigen Situation. 
Das Engagement des GAW wird hoch geschätzt vom EMW und der EKD. „Wir finden es hilfreich und der heutigen Situation von christlichen Minderheiten auch wirklich angemessen, dass das GAW einen eigenen Beitrag leistet, immer im Blick auf das Gemeinwesen und den Kontext, in dem sich die Minderheit bewegt. Dazu möchte ich Sie auch weiterhin ermutigen,“ heißt es aus der EKD, dessen Diasporawerk das GAW ist. - Enno Haaks

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