Montag, 17. März 2014

Am 17. März 1937 starb Professor Franz Rendtorff - langjähriger GAW-Präsident

Am 17. März 1937 starb der langjährige Präsident des GAW Professor Franz Rendtorff in Leipzig. Nach ihm benannt wurde das 1930 eingeweihte Franz-Rendtorff-Haus, das die Zentrale des GAW beherbergt. Der Sohn des Theologen Heinrich Rendtorff (1814-1868) studierte von 1878-1883 an der Universität Kiel, der Universität Erlangen und der Universität Leipzig. 1883 wurde er Kandidat am Berliner Dom und setzte seine Studien an der Humboldt-Universität zu Berlin fort. 1884 wurde er Pfarrer in Westerland – Sylt, war 1888 Stiftsprediger in Eisenach, 1891 Klosterprediger in Preetz und dort 1896 Studiendirektor des königlichen Predigerseminars. Als Lizentiat der Theologie habilitierte er sich 1902 an der Universität Kiel und war dort als Privatdozent für Praktische Theologie tätig. 1906 wurde er Honorarprofessor für Praktische Theologie in Kiel, promovierte zum Doktor der Theologie und übernahm 1910 die ordentliche Professur für Praktische Theologie und Neutestamentliche Wissenschaft an der theologischen Fakultät der Universität Leipzig. Hier beteiligte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Hochschule. So war er in den Jahren 1913/14, 1918/19 Dekan der Theologischen Fakultät und 1924/25 Rektor der Alma Mater.
Rendtorff war von 1919-1934 Herausgeber der Zeitschrift "Evangelische Diaspora", das es noch heute gibt. Er baute nach 1919 ein Netzwerk unter den deutschen Minderheiten Südosteuropas auf, war 1916-1932 Vorsitzender des Auslandsverbandes des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses und war von 1917-1934 Präsident des Gustav-Adolf-Vereins.
Auf seiner Beerdigung wurde er als der Diasporatheologe schlechthin gewürdigt, dessen eigentliches Lebenswerk er an der evangelischen Diaspora jenseits der Grenzen gefunden hat. Er hat das als Lehrer der Theologie getan. So lagen ihm besonders die Stipendiaten aus den Partnerkirchen des GAW am Herzen, zu deren Wohle er den Bau des Franz-Rendtorff-Hauses angeregt hatte, das schließlich 1930 bezogen werden konnte. In einer abschließenden Feierstunde würdigte der damalige Generalsekrtär des GAW Franz Rendtorff als eigentlichen „Diasporabischof“ der evangelischen Kirche. - Enno Haaks

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