Samstag, 29. März 2014

„Centro Cristão Femenino": „Haus für ledige Mütter“ in Novo Hamburgo - von Vera Gast-Kellert

„Ascensão – Himmelfahrt“ heißt die lutherische Gemeinde in Novo Hamburgo, Neuhamburg. Schon der Name der inzwischen mehr als 250.000 Einwohner zählenden Industriestadt, wegen der Schuhindustrie „nationale Stadt des Schuhs“ genannt, deutet darauf hin, dass sie viele deutsche Einwanderer geprägt haben. „Mehr als 1000 Familien zählt auch heute noch die lutherische Gemeinde“, berichtet der zuständige Gemeindepfarrer Hardi Brandenburg. Die zweite Pfarrstelle ist zurzeit vakant. Kein Wunder, dass sich Pfarrer Brandenburg über mangelnde Arbeit nicht beklagen muss, seinen Talar schnappt und absaust zur Beerdigung.
Vor der Kirche steht der Kleinbus der Diakonie, erkennbar an der Aufschrift „Associação Evangélica de Ação Social“ – Evangelische Vereinigung für soziale Aktion“. Eine wichtige Einrichtung dieser „Associação Evangélica de Ação Social“ besuchen wir, die CECRIFE – das „Centro Cristão Femenino“, in der Nachbarschaft besser bekannt als „Lar solteira“ – „Haus für ledige Mütter“. Als solches ist dieses Haus auch der GAW-Frauenarbeit seit vielen Jahren gut bekannt, war es doch einmal „Frauenliebesgabe“.
Es liegt am Rand der Stadt mit einem herrlichen Blick auf die Hochhäuser von Novo Hamburgo in der Ferne und grüne Wiesen und Hügel auf der anderen Seite.Hier können junge schwangere Frauen Zuflucht und Hilfe finden und auch entbinden und eine Zeitlang leben, wenn sie diese Unterstützung brauchen. Das Haus dient nun schon seit 35 Jahren diesem Ziel. Wir lernen den kleinen sechsmonatigen Vitor mit seiner jungen Mutter kennen.
Aber heute leben hier auch 25 junge Mädchen aus sozialschwachen Familien. Ein Teil von ihnen ist gerade in der Schule, die andere Hälfte bastelt für Ostern. So ist das Zentrum ein „Frauenhaus“ geblieben, wenn auch nicht ausschließlich für schwangere Hilfe suchende junge Frauen. Es ist ein Fingerzeig zum Himmel und passt zu einer Gemeinde, deren Namen „Ascensão – Himmelfahrt“ ist.
Vera Gast-Kellert, Leiterin der GAW-Frauenarbeit

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