Samstag, 29. März 2014

Das Evangelium ist gastfreundlich! – Die Waldenser in Bergamo

Kirche Bergamo
„Unsere Gemeinde fing schweizerisch an…,“ sagte vor kurzem eine 15jährige ghanaische 
Konfirmandin in fließendem Italienisch zu einer Gemeindegruppe der Waldensergemeinde in Bergamo. Das berichtet Pfarrer Winfried Pfannkuche. Seit 18 Jahren ist er Pfarrer der Waldenserkirche. Und mit einem Lächeln fuhr sie ihren mit einer Pause begonnenen Satz fort: „… und dann ist etwas aus ihr geworden!“ Damit will sie die Veränderung beschreiben, die die Gemeinde erlebt hat. Die Anfänge waren schweizerisch. Reiche schweizer Kaufleute haben die Gemeinde 1807 gegründet und im Stadtzentrum Anfang des 20. Jahrhunderts die Kirche gebaut. „ich habe auch anfangs gedacht, dass das eine schweizer Kirche sei und bin deshalb so lange nicht hierhergekommen,“ sagt Renate, Deutsche, die seit über 30 Jahren in Bergamo lebt und eine von 20 Nationalitäten in der Gemeinde ist. “Im Gottesdienst ist das ein buntes Bild,“ sagt Pfannkuche. „Von der Kanzel kann ich bei der Predigt sehen, wie alle Nationen gemischt in der Kirche sich verteilen.“ Zudem erzählt er mit Stolz, dass die Kirche jeden Sonntag mit 120-150 Gottesdienstbesuchern voll sei. „Gottesdienstsprache ist Italiensich. Englisch braucht man ab uns an. Aber als missionarisch ausgerichtete Gemeinde haben wir uns für das Italienisch entschieden, um eine dynamische Integration aller zu fördern.“ Er berichtet aber auch, dass es vor jedem Gottesdienst eine englischsprachige Bibelarbeit gibt, damit die, deren italienisch noch nicht so gut ist, der Predigt besser folgen können. „Ein Vorteil für uns war,“ gesteht Pfannkuche, „dass es hier ein starke waldensische Gemeinde gab, die sich geöffnet hat.“ Das ist nicht überall so. In anderen Gemeinden hat sich durch Migranten die Zusammensetzung der Gemeinde erheblich verschoben. Und Pfannkuchen schließt: „Wir sind eine Kirche offen für alle, gastfreundlich. Das Evangelium ist gastfreundlich!“ Und dazu passend gibt es nach dem Gespräch ein buntes und lebendiges Gemeindeessen. Wieder alle bunt durcheinander. Aus der Gemeinde ist was geworden…

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