Freitag, 7. März 2014

Eine reformierte Gemeinde in Zagreb

Kirchraum (links Erdgeschoss)
In dem Kirchraum mit dem Pfarrer im Gespräch
"1999 haben wir mit der Gemeindearbeit der reformierten Gemeinde bei Null angefangen," beginnt Pfarrer Branimir Bučanović zu erzählen, als er uns die Gemeinderäume seiner Gemeinde zeigt. Sie befinden sich in einem mehrstöckigen Wohnhaus in der Hauptstadt Kroatiens. "Die Stadt hat uns die Räume zur Verfügung gestellt. Wir zahlen eine kleine Miete," fährt er fort. Inzwischen gehören 50 eingeschriebene Mitglieder der Gemeinde an. Dazu gibt es einen Sympathisantenkreis. Branimir ist Kroate und betreut in seiner ungarisch-reformiert geprägten Kirche zwei weitere Gemeinden. Selbst spricht er kein Ungarisch. "Das ist aber in unserer Kirche kein Problem," betont er. "Im Gegenteil. Wir bereichern die Kirche, denn wir haben in der Gemeindearbeit viel Freiheit, die tradionalistische reformierte Gemeinden nicht haben. Diese bräuchten mehr "evangelische" Reformen," ist Branimir sich sicher. Zudem ist er überzeugt, dass die Kirche sich der Gesellschaft öffnen muss. "Kroatien braucht die Botschaft der Versöhnung," sagt er.
Zu seiner Kirche zählen sich ca. 4.000 Mitglieder in 23 Gemeinden. Sie werden von 8 Pfarrern und 4 Pfarrerinnen betreut. Die Reformierte Christliche Kirche gehört seit dem vergangenen Jahr auch dem Generalkonvent der ungarisch reformierten Kirchen im Karpatenbecken an, nachdem die Kirche zahlreiche Probleme überwunden hat. Es gibt Abspaltungen, ungeklärte Rechtssituationen, Gerichtsverfahren, die anhängig sind. Diese Probleme haben der reformierten Kirche sehr zugesetzt. Sie bemüht sich um Normalität.   "Für uns ist diese Kirche die legale reformierte Kirche in Kroatien," betont der Ökumenereferent Balasz Odor aus Budapest, der uns auf der Fahrt durch Kroatien und Serbien begleitet. "Die Kirchen auf dem Balkan haben harte Zeiten hinter sich," berichtet er. Nach dem ersten Weltkrieg mussten sie sich in neuen Staatengebilden wiederfinden und rechtlich neu organisieren. Der 2. Weltkrieg brachte weitere Verschiebungen. Das Zerbrechen Jugoslawiens und der Balkankrieg brachte dann weitere Trennungen mit sich. Langsam versucht die Reformierte Christliche Kirche ihren Weg zu finden. "Sie ist dabei auf Unterstützung angewiesen," betont Balasz.


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