Freitag, 21. März 2014

Kindertagesstätten in Quilmes (IERP) - von Vera Gast-Kellert

Vor 23 Jahre war ich das erste Mal in Quilmes. Dort lernte ich die Kindertagesstätte, die Pastor Arturo Blatezky und seine Frau Claudia Lohff-Blatezky 1982 in der evangelischen Gemeinde begonnen hatten. Diese Arbeit war eine Antwort auf die Notlage, in der sich viele, vor allem allein erziehende Frauen, in den wachsenden Elendesgebieten von Quilmes, einer etwa 600.00 Einwohner zählenden Stadt südlich von Buenos Aires befanden. Im Gemeindesaal, wo vorher die Frauen die Kuchen für Gemeindeveranstaltungen geschnitten hatten, stand auf einmal ein Wickeltisch! Erstem Befremden war schnell Freude gefolgt. Eine Kindertagesstätte für die Kinder im Baby- und Vorschulalter entstand auf dem Gemeindegelände und in der Nachbarschaft und leistet bis heute wichtige Arbeit. Immer wieder hat auch die Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk hier geholfen und diese beiden Tagesstätten auch in ihr Besuchsprogramm auf ihrer Lateinamerikareise 2009 einbezogen. 
„Unser Ziel ist es, dass die Kinder lernen, miteinander zu spielen und auch ihre kreativen Fähigkeiten zu entwickeln“, sagt Claudia Lohff-Blatezky, die verantwortliche Koordinatorin. Viele Kinder kommen aus Familien, in denen Gewalt an der Tagesordnung ist. Überall an den Wänden hängen bunte Bilder, die die Kinder selbst gemalt haben. Die große Attraktion im Hof sind ein Spielhaus, das sie einmal aus öffentlichen Mitteln bekommen haben, und eine Rutschbahn. Allerdings müssen alle sehr aufpassen, dass auf dem harten Boden immer genügend Matten liegen. Darauf angesprochen, ob es nicht einen kinderfreundlicheren Untergrund gäbe, berichtet Claudia Lohff-Blatezky von Plänen, einen dicken Gummibelag über den Steinboden zu legen. „Das wäre ideal, ist aber sehr teuer und muss auch gut gemacht werden, damit er hält.“ Die öffentlichen Mittel reichen bei Weitem nicht für die Arbeit. „Wir sind sehr auf Spenden angewiesen und dankbar für alle Unterstützung“, sagt die Koordinatorin. Viele Mütter können das notwendige Geld nicht aufbringen und helfen bei verschiedenen praktischen Tätigkeiten mit. So sehen wir, wie eine Mutter die Fenster putzt. „Ja, das ist mein Dank für all das, was unsere Kinder hier bekommen“, antwortet sie strahlend.
Wir verabschieden uns dankbar für die Gastfreundschaft und dafür, dass hier vielen Kindern fröhliche Schritte am Beginn ihres Lebensweges gezeigt werden. Möge diese Arbeit noch lange weiter gehen und immer wieder Unterstützung finden! - Vera Gast-Kellert, Leiterin der Frauenarbeit im GAW

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