Mittwoch, 12. März 2014

Serbien vor der Wahl

Der Vorsitzende der Synode der Slowakischen Lutherischen Kirche Pavel Lominansky sagte auf die Frage der bevorstehenden Wahlen in Serbien deutlich: „Ich weiß gar nicht, wen ich wählen soll am 16. März. Die Probleme des Landes sind enorm. Und wer für was steht ist schwierig einzuschätzen.“ Aleksandar Vučić, der Vorsitzende der SNS und der serbische Vize-Ministerpräsident, hat die Neuwahlen erzwungen. Er will Ministerpräsident werden. Die Umfragen sehen ihn klar vorn. Ehemals war er Europagegner und sehr nationalistisch eingestellt. Das scheint er abgelegt zu haben. Für eine Alleinregierung wird es nicht reichen. Nach einer Meinungsumfrage einer serbischen Zeitung bekommt er mit seiner SNS-Partei ca. 43 % der Wählerstimmen. Die Sozialisten würden 11 % erhalten. Nach der Selbstdarstellung der SNS möchte diese
Wahlkampf in Serbien (Radikale Partei)
Serbien mit vorgezogenen Wahlen schneller vor dem Hintergrund der stattfindenden EU-Beitrittsgespräche voranbringen. Sie will zudem Reformen zügig umsetzen. Die EU-Beitrittsgespräche überlagern jedoch die sozialen und wirtschaftlichen Probleme Serbiens. Die Arbeitslosigkeit liegt inzwischen bei 26 %, mehr als die Hälfte der jungen Leute hat keinen Job, die Armut steigt. Die Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre war ein kompletter Fehlschlag. In diesem Milieu von Unzufriedenheit versucht die Radikale Partei zu punkten, wobei sie es wohl nicht ins Parlament schaffen wird. In Novi Sad schwenkte vor unseren Augen ein Wahlkämpfer dieser unsäglichen Partei eine Fahne mit dem Konterfei des Kriegsverbrechers Mladi
ć. Auch mit diesen Radikalen muss sich die neue Regierung auseinandersetzen und sich von solch einem Gedankengut fernhalten. 
Es bleibt fraglich, ob die SNS bei den immensen Problemen des Landes ihre derzeitige Popularität wird halten können. Sie wird Entscheidungen fällen müssen, die viele bisherige Profiteure treffen werden. 
In all diesem Gemengelage bewegen sich unsere Partner. Sie müssen versuchen, Kirche in der Gesellschaft zu sein, die - um ihren jeweiligen Minderheitenstatus als Slowaken und Ungarn wissend - dennoch offen für alle Menschen mit ihren Sorgen und Nöten ist.

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