Sonntag, 16. März 2014

Wege in die Zukunft – Lutherische Kirche in Chile (ILCH) - von Vera Gast-Kellert

Zum Pfarrkonvent der Lutherischen Kirche in Chile (ILCH) haben sich am Donnerstag und Freitag 13.3.und 14.3. fast alle Pfarrer – derzeit 10 - in der Erlöserkirche versammelt. Der heutige Morgen ist für das Gespräch mit den Gästen aus Deutschland reserviert, die anlässlich der Ordination von Hanna Schramm am 15.3. angereist sind: Friederike Deeg (Lateinamerikareferentin der EKD), Ulrike Windschmitt (Krankenhausseelsorgerin der EKHN), Vera Gast-Kellert (Vorsitzende der Frauenarbeit im GAW) mit ihrem Ehemann Martin Kellert. 

Der stellvertretende Bischofs, Pfarrer Carlos Neibirt, leitet das Gespräch mit einem Blick auf den Predigttext des kommenden Sonntags ein: „Abraham ging in ein Land und wusste nicht, wo er hinkäme.“ (Hebräer 11,8-10) Welche neuen Wege werden unserer Kirche gezeigt? Sicher ist ein Schritt auch der Mut, mit Hanna Schramm die erste Frau zu ordinieren. Dass der Pfarrkonvent am Tag vor diesem Ordinationsgottesdienst stattfindet und damit fast alle Pfarrer auch bei der Ordination anwesend sein können, zeigt, dass die Kirche unter der Leitung von Bischof Siegfried Sander diesen Schritt gemeinsam tut.
Gerungen wird auch um einen festeren Zusammenschluss mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile (IELCH), um damit die Spaltung, die durch die politischen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Sturz von Salvador Allende und dem Militärputsch unter Augusto Pinochet 1973 entstanden ist, zu überwinden. Auch gegenwärtig gibt es Formen der Zusammenarbeit, auch Pfarrer, die in jeder der beiden Kirchen gearbeitet haben. Dass das GAW in den vergangenen Jahren beide Kirchen begleitet hat, wird dankbar betont und ist eine Vertrauensbasis. „Es ist sehr schwer, eine finanzielle Unterstützung für ganz einfache, aber notwendige Dinge in unserem kirchlichen Leben zu bekommen, etwa für die Reparatur eines Daches“, erklärt Siegfried Sander, „das GAW ist das einzige Hilfswerk, wo so etwas „Unspektakuläres“ unterstützt wird.“ Pfarrer Eldor Hamann aus Valdivia bekräftigt das mit einem herzlichen Dank für seine Gemeinde. 
Was bewegt die Pfarrer für die Zukunft ihrer Arbeit und Gemeinden? Das ist vornehmlich die Ausbildung und Fortbildung der Pfarrer und nun auch Pfarrerinnen. „Für uns wird das jetzt immer wichtiger, da müssen wir auch einen eigenen Fonds aufbauen“, meint Eduardo Silva, einstmals Stipendiat des GAW in Leipzig. Gleichzeitig erkundigt man sich aber auch nach den verschiedenen Stipendienprogrammen bei EKD und GAW. „Die Lutherische Kirche (ILCH) hat in den vergangenen Jahren gelernt, finanzielle Selbstverantwortung wahrzunehmen, und das ist gut“, erläutert Bischof Sander. Die Frage, welche Zukunft die Lutherischen Kirchen in diesem Lande haben, lässt er bewusst offen. „Wir können jetzt nur säen und warten, was daraus wird. Das ist nicht an uns, zu beantworten.“
Säen auf Zukunft, das will auch das GAW. - Vera Gast-Kellert, Vorsitzende der Frauenarbeit im GAW

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