Dienstag, 27. Mai 2014

Die Ev.-Lutherische Kirche in Sibirien

In der Nähe von Jekaterinburg liegt die geografische Grenze zwischen Europa und Asien: Ein Schritt von einem Kontinent auf den nächsten.
Von hier reicht dann auch die Ausdehnung der größten lutherischen Kirche der Welt: die ELKUSFO (Ev.-Lutherische Kirche im Ural, Sibirien und Fernen Osten). Vom Ural bis zur Halbinsel sind es 7.000 km. Das Gebiet umfasst sieben Zeitzonen. Das allein macht deutlich, dass die lutherische Kirche in diesem Gebiet vor besonderen Herausforderungen steht. Die Wege sind weit. Die Mitarbeitenden müssen viel Zeit investieren, um die Gemeinden zu erreichen. Einzelne Gemeinden liegen zwischen 30 und 3.000 km auseinander. 15 Pastoren versorgen dieses riesige Gebiet, das in vier Propsteien aufgeteilt ist: Propstei Ural (Jekaterinburg), Westliches Sibirien (Omsk), Mittleres und Östliches Sibirien (Novosibirsk), sowie der Ferne Osten (Wladiwostok). Die letztgenannte ist die größte lutherische Propstei der Welt - von den Entfernungen her.
Ca. 150 Gemeinden und Hausgemeinden zwischen 5 und manchmal auch über 100 Gemeindemitgliedern gehören der ELKUSFO an.
Die Anfänge der Kirche reicht weit zurück. In Tobolsk entstand 1711 die erste lutherische Gemeinde. In Omsk wurde 1716 die erste Kirche aus Holz gebaut. Vor allem dann der Ausbau der Transsibirischen Eisenbahn ab 1891 führte zu Neugründungen und zum Wachsen der Gemeinden. Mit der Stalin-Ära begannen Zeiten der Verfolgung und Unterdrückung und unermesslichen Leidens. Kirchen wurden zerstört. Gläubige, Prediger und Pastoren wurden verschleppt, verbannt und getötet. Kirchenstrukturen verschwanden. Nur - der Glaube starb nicht aus!
Davon zeugen auch heute noch die neu gegründeten Gemeinden der ELKUSFO. Ca. 4.000 Gemeindemitglieder soll sie haben. Wobei noch eine Sympathisantenkreis dazugehört.

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