Montag, 5. Mai 2014

Die Not in Spanien

 Joel Cortés Casals - Leiter der Comision Permanente der IEE
Spaniens Wirtschaft wächst wieder – so hieß es Anfang dieses Monats. Die Rezension scheint überwunden zu sein. Die Regierung gibt sich optimistisch. Es wird wieder investiert. Auch die Binnennachfrage verbessert sich. Jedoch bleibt eine große Sorge: die sehr hohe Arbeitslosenquote, die derzeit bei 25,7 % liegt.
Hinter dieser hohen Zahl verbergen sich viele, viele Einzelschicksale. Im Jahr 2013 befanden sich in Spanien 3 Millionen Menschen in der Situation absoluter Armut (d.h. Menschen, die mit 310 Euro und weniger monatlich auskommen müssen). Das sind doppelt so viele wie noch im Jahr 2008 zu Beginn des Ausbruchs der großen Wirtschaftskrise. 
Mit der Not ist auch die Solidarität gewachsen: Vor Spaniens Supermärkten finden sich immer wieder freiwillige Helfer, die  um Lebensmittelspenden bitten für die, die durch Arbeitslosigkeit in die absolute Armut abgesunken sind. Und das sind keinesfalls Menschen, die zu den sog. Risikogruppen gehören. Es sind Arbeiter, junge ausgebildete Fachkräfte, die keine Arbeit finden. Die Not von Millionen Menschen ist inzwischen so groß, dass sie ohne humanitäre Hilfe nicht mehr über die Runden kommen.
Dem widmet sich auch die Iglesia Evangélica Española (IEE). In vielen Gemeinden gibt es inzwischen Lebensmittelausgaben, eine Kleiderkammer oder ähnliche Angebote. Immer wieder hat die Kirchenleitung auf die Nöte und Sorgen der Armen im eigenen Land hingewiesen und den neo-liberalen Wirtschaftskurs der Regierung kritisiert. -
Derzeit befindet sich eine Gruppe der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im GAW auf einer Reise nach Spanien, um sich über die Situation im Land zu informieren und diakonische Projekte anzuschauen, die im kommenden Jahr durch die Frauenarbeit gefördert werden sollen.
Es ist wichtig, dass wir unsere Partnerkirchen in Südeuropa in ihrer schwierigen Situation begleiten und nicht allein lassen. 



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