Donnerstag, 29. Mai 2014

Ein ehemaliger Sowchoseleiter

Alexander Pf. im Gespräch mit dem Präsidenten des GAW
"Ab 1964 habe ich in der Nähe von Omsk eine Sowchose geleitet," erzählt Alexander Pfaffenhofen in Omsk. "Alle drei Jahre musste neu gewählt werden. Bis zur Rente hat man mich immer wieder gewählt," fährt er fort. "Ich habe zu meinen Leuten gehalten und sie zu mir."
In den 40er Jahren wurde die Familie nach Sibirien aus der Wolgaregion in der Nähe Saratows deportiert. Die schwierigen Jahre hat die Familie überlebt. "Mein Vater wurde 1938 in den stalinistischen Terrorjahren erschossen," berichtet er. "Erst 10 Jahre später hatten wir Gewissheit, dass er schon drei Tage nach seiner willkürlichen Verhaftung erschossen wurde. Er hatte nichts verbrochen." Alexander hat sich immer an seinen evangelischen Glauben gehalten. Selbst als er die Sowchose geleitet hat. Über 5.000 Kühe und Rinder waren zu versorgen. Einige 1000 ha Land wurden unter seiner Leitung verwaltet. "In meiner Sowchose haben nur Gläubige gearbeitet. Auf die konnte ich mich verlassen. Wir waren immer die beste Sowchose," sagt er. "Man hat öfter versucht, dass ich in die Partei eintrete. das habe ich nicht gemacht. Das konnte ich nicht. ich bin doch gläubig!"
Nach seiner Rente kurz nach der Wende ist er dann ausgereist. Mit Freunden hat er seitdem viele Touren in seine alte Heimat organisiert. In seinem neuen zu Hause Hält sich Alexander zur evangelischen Gemeinde und ist gleichzeitig Prediger einer Brüdergemeinschaft.
Eines von so viele Schicksalen der deutsch-russischen Gemeinschaft... - und immer kommt er wieder. Die Sowchose gibt es nicht mehr. Vieles ist kaputt gegangen. Er allerdings ist nicht an dem Erlebten zerbrochen. "Der Glaube war es, der mich bewahrt hat," bekennt er.  


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