Samstag, 27. September 2014

Die Herausforderungen der Reformierten in Rumänien

Bischof Czüry und Pfarrer Haaks (GAW)
"Drei große Herausforderungen sehe ich für unsere reformierte Kirche", sagt Bischof Czüry, reformierter Bischof im Westlichen Kirchendistrikt, beim Besuch in seiner Kanzlei in Oradea/Rumänien. "Wir müssen unsere Theologieausbildung stärken und das Niveau heben. Die Diakonie der Kirche muss eine starke Stimme haben, denn nur so wirken wir mit einem missionarischen Zeugnis in der Gesellschaft. Und wir müssen uns um unsere eigene Diaspora stärker kümmern und die innerkirchliche Solidarität verstärken." Bischof Czüry steht der Reformierten Kirche des Westlichen Kirchendistrikts vor. Bis zur Abspaltung von Ungarn war diese Kirche Teil der ungarischen Diözese in Debrecen. Daher rühren auch alte Verbindungen. So hat man sich vergewissert, in jedem Studienjahr 2 Studierende dorthin zu senden. Insgesamt hat die Kirche 35 Theologiestudierende und derzeit keine Nachwuchssorgen. Die Kirche von Bischof Czüry hat in 220 Gemeinden ca. 160.000 Gemeindemitglieder. Es gibt unterschiedlich starke Gemeinden - und eben auch kleine ländliche Gemeinden, die auf Solidarität angewiesen sind. "Diese müssen wir stärken", sagt Czüry.
Sorgen bereitet der Kirche - wie allen Minderheitenkirchen - die Ungleichbehandlung mit der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. "Wir erleben eine Bevorzugung der Kirche in vielerlei Hinsicht. Sichtbar wird das in der immensen Hilfe des Staates bei den Kirchenneubauten. Engagieren wir uns als Diasporakirche für soziale Themen in der rumänischen Gesellschaft, dann erfahren wir wenig Unterstützung," so Czüry.
Positiv hat sich die Beziehung zur Reformierten Kirche Siebenbürgens entwickelt. "Gerade im Bereich der Diakonie wollen wir gemeinsam vor dem Staat auftreten und unsere Arbeit absprechen."

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