Donnerstag, 18. September 2014

Ehemalige GAW-Stipendiatin bei den indigenen Kogui in Kolumbien



Lizbeth Zulanlly Chaparro Camargo aus Kolumbien war im Studienjahr 2012/2013 Stipendiatin des GAW. Sie hat zwei Semester an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig studiert. Nach ihrer Rückkehr nach Kolumbien hat sie ihr theologisches Examen abgelegt und ist als Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kolumbien ordiniert worden. Schon als Lizbeth in Leipzig war, hat sie erzählt, dass es ihr großer Wunsch ist, nach ihrer Rückkehr in ihr Heimatland in der christlichen Gemeinschaft der indigenen Kogui im kolumbianischen Hochland zu arbeiten. Seit zwei Monaten ist Lizbeth nun dort und berichtet in einem ersten Brief von ihrer Arbeit: "Die Kogui leben im Norden Kolumbiens in der Sierra Nevada de Santa Marta in einem Nationalpark. Eine kleine Gruppe Kogui lebt außerhalb dieses Nationalparks in einer ländlichen Gegend: Trompito Alto. Hier lebe ich nun seit zwei Monaten: Ich helfe in der Gemeinschaft, arbeite als Lehrerin in der Schule und bin Ansprechpartnerin für die Frauen. Meine Arbeit hier wird unterstützt von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kolumbien. Als die Kogui erfuhren, dass eine Person der Kirche für ein Jahr zu ihnen kommen und mit ihnen leben würde, haben sie sofort begonnen, ein kleines Holzhaus für Gäste zu bauen. Es hat zwei Zimmer und einen Gemeinschaftsraum. In einem der Zimmer lebe ich. Im Gemeinschaftsraum treffen sich die Kogui: zum Beispiel für Alphabetisierungskurse, Veranstaltungen mit Kindern oder zu Gottesdiensten (mittwochs und sonntags). Der Prozess des Lernens geht in zwei Richtungen: von der Gemeinschaft der Kogui zur evangelisch-lutherischen Kirche und von der Kirche zu den Kogui. Ich habe mich nicht nur entschieden für ein Jahr meinen Wohnort zu wechseln, sondern ein Jahr lang indigene Traditionen und Sprache mit den Kogui zu teilen ... Andererseits sind sich die Kogui auch der Notwendigkeit bewusst, dass sie Spanisch lernen müssen. Überall in Kolumbien wird diese Sprache gesprochen: in Schulen und Krankenhäusern, an Universitäten und in Kirchen ... Die ersten zwei Monate sind vergangenen. Zwei Monate erscheinen kurz, aber die intensiven Erfahrungen, die ich in diesem beiden Monaten gemacht habe, lassen mich das Leben tiefgründiger betrachten ... Ich glaube, dass dieser Prozess der Begleitung der Kogui in Fragen wie Bildung, Menschenrechten oder Gesundheit ein Teil der Erfüllung unserer Mission und Vision als Evangelisch-Lutherische Kirche in Kolumbien ist: Eine Kirche die Zeugnis ablegt, dient, Gerechtigkeit fordert und am Friedensprozess in unserem Land mitarbeitet, jenseits von Waffengewalt. Wir bitten euch, uns mit euren Gebeten zu begleiten. Einige Mitglieder der Gemeinschaft baten mich, Grüße auszurichten. Es geht ihnen gut und sie erinnern sich gerne an die Zeit im vergangenen Jahr als junge Freiwillige der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kolumbien zu Gast bei ihnen waren."
Die Frauenarbeit des GAW in Zusammenarbeit mit "Kirchen helfen Kirchen" unterstützen dieses für die lutherische Kirche Kolumbiens wichtige Projekt. "Wir müssen uns als lutherische Kirche mit unseren indigenen Mitbürgern auseinandersetzen und uns an ihre Seite stellen. Sie brauchen uns!" sagt Bischof Eduardo Martinez. 

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