Freitag, 26. September 2014

Gemeinde- und Kirchbau auf einem ehemaligen Friedhof in Oradea

"Von Anfang an war klar, dass wir nur in Etappen unsere Kirche bauen können", berichtet Pfarrer Jószef Kerekes von der reformierten Gemeinde in Oradea-Rogerius. Sie befindet sich in einer Hochhaus-Wohnsiedlung am Stadtrand von Oradea. Die dortige reformierte Gemeinde entstand 1993 durch die Teilung einer größeren Gemeinde und zählt heute 2.500 Gemeindemitglieder. 1995 begann sie mit dem Bau einer eigenen Kirche, der 2001 abgeschlossen und auch vom Gustav-Adolf-Werk unterstützt wurde (Projektkatalog 1997). Der Gemeinde war es gelungen, mühsam von der Stadt das Gelände eines Anfang der 80er Jahre stillgelegten Friedhofes zu bekommen, auf dem vornehmlich ungarische Bewohner Oradeas beerdigt worden waren. davon zeugt heute noch eine Kapelle von Beginn des 20 Jahrhunderts und einige Grabsteine, die am Fuße des neuen Kirchturms einen Ehrenplatz gefunden haben. bei der Aushebung des Fundamentes wurde sorgsam darauf geachtet, gefundene Knochen eine würdige letzte Ruhestätte unter den aufgerichteten Grabsteinen zu geben.
Die Gemeinde ist stabil und feiert jeden Sonntag drei Gottesdienste. Bis zu 600 Gottesdienstbesucher kommen. Auch während der Woche gibt es Gottesdienste und Bibelstunden sowie Konfirmandenunterricht. Ein Chor hat 50 Mitglieder und singt regelmäßig. Prunkstück ist eine große gebrauchte Orgel aus Finnland..

Von Anfang an war der Kirchbau als ein Komplex mit einem Gemeindezentrum geplant. Wegen der hohen Kosten konnte das Vorhaben nur etappenweise ausgeführt werden. Es fehlen noch Büros, Räumlichkeiten für den Chor, den Frauenverein und für die Jugendgruppe sowie die Gästezimmer und Pfarrwohnungen. Das Gebäude soll 2020 fertiggestellt sein. Die Gemeinde ist sehr aktiv. Es wird ihr gelingen, das hinzubekommen. Nach der lange schwierigen Geschichte bis zum Ende der Diktatur ist es der Gemeinde zu wünschen.. Das GAW hat sich in den Jahren 2009-2012 mit einer guten Summe beteiligt. "Wir sind dem GAW für die geleistete Hilfe sehr dankbar", sagt Pfarrer Kerekes.

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