Montag, 8. September 2014

Herausforderungen an die Theologenausbildung in Brasilien

Prof. Dr. Claus Schwambach
"Ob unsere Ausbildung für Theologen nun pietistisch, charismatisch oder befreiungstheologisch ausgerichtet ist", so Prof. Dr. Claus Schwambach, Direktor von der FLT (Faculdade Luterana de Teologia) in Sao Bento do Sul (Brasilien), "alle drei Ausbildungsstätten der lutherischen Kirche Brasiliens (IECLB) haben ähnliche Probleme in unserer postmodernen Welt: sie wachsen nicht wirklich!" Und er ergänzt: "Wir bilden die Theologen aus, damit sie in der Kirche ihren Dienst tun. Aber oft genug bilden wir dafür aus, dass sie dann in gefestigte Strukturen kommen. Wir geben ihnen kaum Instrumente und Handwerkszeug mit für einen missionarischen Gemeindeaufbau." Nach seiner Meinung gibt es keine einfachen Rezepte für einen Erfolg eines "Wachsens gegen den Trend" des Schrumpfens. Und Schwambach ergänzt, dass eigentlich die Menschen in Brasilien auf der Suche sind nach einer Spiritualität, die ihnen Heimat gibt. Immer wieder gab es auch, so Schwambach, Versuche über diakonische Angebote an Menschen heranzukommen und sie für Kirche zu gewinnen. Aber auch dieser Weg ist kein Allheilmittel. Diakonie ja - aber sie muss auch Zeugnis abgeben ohne Menschen unter Druck zu setzen. "Kirche sein in einer postmodernen Welt ist gar nicht leicht!" so Schwambach. "Aber genau das ist die Welt, wo wir mit unseren unterschiedlichen Prägungen versuchen müssen, Zeugnis für den HERRN unserer Kirche abzugeben."
Die Anfänge der FLT gehen in das jahr 1989 zurück. 1994 wurden die Kurse der FLT durch die Kirche erstmals anerkannt. 2001 erhielt die FLT die staatliche Anerkennung. 2002 erkannte auch die IECLB die FLT als eine ihrer Ausbildungsstätten offiziell an. 

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