Donnerstag, 11. September 2014

GAW-Kollektenaufruf für evangelische Christen in Syrien

Der sogenannte Arabische Frühling endete für Syrien in einem Albtraum: ein nunmehr drei Jahre andauernder Bürgerkrieg hat ganze Landstriche, Städte und Dörfer in Schutt und Asche gelegt. Millionen Syrer sind auf der Flucht, innerhalb und außerhalb Syriens. Regierungstruppen, verschiedene Rebellengruppen, unter ihnen radikale Dschihadisten, und seit einigen Wochen auch die radikal-islamische Terrororganisation Islamischer Staat (IS) kämpfen erbittert um die Vorherrschaft in Syrien. 
Besonders die syrischen Christen wissen inzwischen nicht mehr, was sie tun und wohin sie gehen sollen. Um eine Demokratisierung des Landes geht es schon lange nicht mehr. Es droht vielmehr die Gefahr eines islamistischen Terrorstaates. Christen werden entführt, gefoltert, massakriert und vergewaltigt, wenn sie in die Hände islamistischer Gotteskrieger fallen. Rund eine halbe Million syrischer Christen sind bisher ins Ausland geflüchtet. Hunderttausende können oder wollen das Land nicht verlassen. Sie leben in ständiger Angst. 
Angesichts der sich immer mehr zuspitzenden Lage der Christen in Syrien und auch im Irak hat der Rat der Evangelischen Gemeinden in Syrien und im Libanon am 29. August 2014 einen dringenden Hilferuf an alle evangelischen Kirchen und Organisationen weltweit gerichtet. Darin heißt es u.a.: „Wir bitten unsere Partner inständig, den Kriegsopfern Nahrung und Wasser sowie medizinische und andere Versorgung zur Verfügung zu stellen, und diejenigen zu unterstützen, die gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben wurden.“ Es gehe nicht mehr nur um die Frage nach Menschenrechten und den Schutz von Minderheiten, sondern generell um die christliche Präsenz im Nahen Osten, die drohe, vernichtet zu werden.
Das GAW unterstützt mit seinem „Hilfsfonds für bedrängte und bedrohte Christen“ regelmäßig christliche Gemeinden im Bürgerkriegsland Syrien. Bisher wurden die Armenische Evangelische Kirche in Aleppo,die Arabische Presbyterianische Kirche ebenfalls in Aleppo und eine evangelische Kirche in Homs unterstützt. Diese Gemeinden verteilen regelmäßig Lebensmittelpakete an bedürftige Familien. Die Armenische Evangelische Kirche hat eine Poliklinik eingerichtet, in der sie mit ehrenamtlich arbeitenden Ärzten eine medizinische Grundversorgung anbietet. Ebenfalls unterstützt werden christliche Schulen, die versuchen Kindern und Jugendlichen ein Stück Normalität im Bürgerkriegschaos zu vermitteln. 
Organisiert und koordiniert wird die Hilfe über die Gemeinschaft evangelischer Kirchen im Nahen Osten (FMEEC). An diese Organisation mit Sitz in Beirut, wenden sich syrische Gemeinden in Not. Über diese Organisation wird die Hilfe und Unterstützung des GAW nach Syrien vermittelt. Die Gemeinden, die finanziell unterstützt werden, legen regelmäßig Rechenschaft über die Verwendung der Spenden ab.

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