Donnerstag, 6. November 2014

Bolivien - ein laizistischer Staat (?)

„Es gibt in einigen Regionen des Landes eine spürbare Diskriminierung unserer lutherischen Gemeinden“, berichtet Kirchenpräsident Emilio Aslla Flores auf der Pastorenkonferenz. Deshalb sei es wichtig zu wissen, was das Religionsgesetz in Bolivien garantiert. „Es gibt immer noch eine spürbare Bevorzugung der katholischen Kirche, auch wenn sie das Privileg als offizielle Religion des bolivianischen Staates mit der neues Verfassung vom 7. Februar 2009 verloren hat.“

Zum Hintergrund: 1825 erlangte Bolivien seine Unabhängigkeit. Die Verfassung hat die katholische Kirche von Beginn mit Privilegien ausgestattet und bevorzugt. Politisch und rechtlich wurde sie staatlich gestützt. Lange Zeit wurde das Land in dieser Weise geprägt. „Das spürt man in vielfältiger Weise noch heute“, sagt Emilio. „Die neue Verfassung wollte das grundsätzlich ändern. Keine Religion wird mehr als offizielle Religion im Staat anerkannt. Darauf müssen wir uns beziehen, wenn es Diskriminierungen gibt!“
Artikel 4 der bolivianischen Verfassung sagt: „Der Staat respektiert und garantiert die Religionsfreiheit, spirituelle Glaubensrichtungen in Übereinstimmung mit ihren Fundamenten. Der Staat ist unabhängig von jeder Religion.“
„In Bolivien gibt es eine garantierte Religionsfreiheit. Es ist das Recht eines jeden. Keiner kann uns dieses Recht nehmen“, macht Emilio deutlich. An dem Beispiel der katholischen Schulen macht Emilio das deutlich: In den Schulen darf niemand katholische Religion oder andere Glaubensrichtungen aufgedrückt werden. In katholischen Schulen darf z.B. niemand die Kommunion aufgezwungen werden. 
„Es ist wichtig für uns als Kirche, dass wir uns nicht unterdrücken lassen. Es gibt keine Religion superior!“ betont Emilio zum Abschluss.
Inzwischen gibt es ein weiteres rechtliches Problem insgesamt für alle Kirchen. Der Staat will um der finanziellen Ein- und Ausgaben der Kirchen wissen. Denn in jüngster Zeit sind bestimmte Kirchen aufgefallen, dass die neuen Rechte zu Missbrauch geführt haben. Kirchen wurden als Instrumente der Geldwäsche missbraucht. Der Staat will dem einen Riegel vorsetzen. Nur wird – wenn es verabschiedet wird – dieses Gesetz Kirchen wie die IELB vor Probleme setzen. „Darauf müssen wir uns vorbereiten“, sagt Emilio Aslla Flores.

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