Donnerstag, 6. November 2014

Die Mission der Gemeinde "Santissima Trinidad" in El Alto

Rufino (li.) mit seinem Kollegen
vor dem Neubau
Santissima Trinidad in El Alto
Die lutherische Gemeinde „Santissima Trinidad“ in El Alto ist erst 17 Jahre alt – und sie hat schon eine schwierige Geschichte hinter sich. Vor 10 Jahren kam es zu heftigen Spannungen, als einige Gemeindemitglieder sich pfingstlichen Strömungen öffneten. Es kam sogar zu Wiedertaufen. „Das hatte mit der lutherischen Kirche nichts mehr zu tun“, sagt Pastor „laico“ Rufino. „Schlimm war es, dass an die 90% der Gemeinde sich dieser Tendenz anschloss“, fährt er fort. „Es kam zu Brüchen in den Familien. Einige sind bis heute nicht geheilt.“ Zum Glück gelang es der„pfingstlerischen“ Gemeinde nicht, das Kirchengebäude an sich zu reißen. „Das konnten wir verhindern“, sagt Rufino. Die Gemeinde lag aber am Boden. Es gelang ihr dennoch, sich neu auf den Weg zu machen. Dabei half das Missionskonzept der lutherischen Kirche „Mission Urbana“. Ziel ist es, die Kirchen auch unter der Woche zu öffnen, was lange Zeit nicht gemacht wurde, denn die Pastoren gehen alle einem anderen Beruf nach und leisten die Arbeit nebenamtlich am Wochenende. „Mission Urbana“ will helfen, dass die Kirchengemeinden sich den Sorgen und Nöten der Umgebung der Kirchengemeinde öffnet. Zudem will das Programm die Gemeinden ermutigen, die Migranten vom Land zu integrieren. 
In Santissima Trinidad ist man eine Zusammenarbeit mit einer nahe gelegenen Schule eingegangen. Das ist für eine lutherische Gemeinde nicht normal, dass das überhaupt geht. „Hier bieten wir Workshops an zur Gewaltprävention. Zudem versuchen wir mit unserer Form des lutherischen Glaubens unsere Werte zu vermitteln“, sagt Rufino.
Für diese sich öffenende Arbeit braucht es mehr als einen Gottesdienstraum. Um die Mission der Gemeinde zu unterstützen hat das GAW geholfen, dass Gemeinderäume für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Frauen der Gemeinde geschaffen werden können. Selbst hat die Gemeinde ihren Teil dazu beigetragen, dass die Räume entstehen können. Noch fehlt einiges. „Aber ich bin sicher, dass wir es bis Ende kommenden Jahres ganz schaffen!“ sagt Rufino.
Die Gemeinde hat es geschafft, aus der Krise gestärkt heraus zu kommen. Inzwischen hat sie fast wieder ihre alte Mitgliederzahl erreicht – eben auch durch ihr missionarisches Zeugnis.

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